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6. #Neuzugang in der FJ-WG

November. Es wird kalt. Es wird grau. Es wird ungemütlich. Dieser immer wieder daraus resultierenden,  anklopfenden Novemberdepression standzuhalten und sich zu widersetzen fordert jeden einzelnen unserer Freiwilligen. Um euch an unserem actionreichen Kampf teilhabenzulassen, habe ich euch hier die Highlights der letzten Wochen zusammengefasst.

In der Kategorie des Schwergewichts kämpfen dieses Mal mit: 

Maike, die sensible Kommunikationsgranate.
Timo, der bärtige Spätzlekoch.
Lucas, der sweete KSC- Fan.
Aaron, der feierwütige Gitarrenspieler.
Ingmar, der aufgedrehte Trommelkistenspieler.
Lynn, die brünette Kinderbespaßerin.
Chrissi, das ebenfalls brünette Organisationstalent.
Mareike, das geduldige Einrichtungsgenie.
Marika, die süße Ungarin.
Anne, die immer gut gelaunte Gutelaunefee.
und ich, Tabea.

Ein Besuch im Grips-Theater

#grips#theater#musical#linie1#freikarten#fürobdachlose#mitobdachlosen#anders#provokant#mitfiebernd#schön#geiol - So oder so ähnlich könnten Hashtags unter einem Foto bei Instagram lauten, das bei unserem Nachmittag Anfang November entstanden wäre, wenn wir ein Foto gemacht hätten. Jetzt gibt es nur noch alte und zerrissene Eintrittskarten, die unseren Besuch im Grips-Theater beweisen und Videomaterial von vielleicht einer Sekunde, in dem wir hinten durch das Bild eines grade Interviewten laufen. Wir hatten nämlich die Ehre mit 300 Obdachlosen& Mitarbeitern der Bahnhofsmission ein Musical der anderen Art zu sehen. Eigentlich wurde das Stück „Linie 1“ ganz regulär aufgeführt, aber das Publikum war anders als sonst. Die Gäste, die um uns Freiwillige herumsaßen, haben ihre Meinung frei ausgesprochen und dazwischen gerufen, sie haben gelacht und geweint, Vergleiche zu sich und Freunden gezogen und sind am Ende teilweise aufgestanden und haben für die wunderbare Darstellung applaudiert. Es war einfach herrlich dabei zu sein!

Mit diesem gelungenen Samstagnachmittag sind wir in unseren dritten Monat als Freiwillige bei der Berliner Stadtmission gestartet und ich denke der Start in den November hätte nicht besser sein können. Leider konnten nicht alle aus der WG dabei sein, weil die einen, Lynn und Maike, durch ein Gemeindewochenende in Greetsiel (ja, für die Hinfahrt haben sie ca. 7 Stunden gebraucht, aber was tut man nicht alles für ein paar schöne Tage in guter Gemeinschaft) und der andere, Lucas, durch ein Auswärtsspiel seines geliebten Heimatvereins verhindert waren. In letzter Zeit kommt es sowieso des Öfteren vor, dass wir bei zahlreichen Aktionen nicht mehr ganz vollständig sind.

Das Pfannkuchen-Eierkuchen-Dilemma

 

 

Und mitten in den letzten Monat fiel dann auch noch der 11.11. Ich komme aus NRW, manche nennen es auch die Karnevalhochburg, und dort bin ich es gewohnt, dass großes Chaos in der Stadt ist und vor allem, dass es Berliner gibt. Hier in Berlin heißen die Berliner aber Pfannkuchen, was zu großen Verständnisproblemen zwischen uns allen geführt hat. Trotz allem waren wir froh über die großzügigen Pfannkuchenspenden und die Möglichkeit sich mal so richtig an Pfannkuchen satt zu essen.

 

 

 

 

 

 

Essen im Albrechtshof

 

 

 

Und was auch nicht unter den Tisch fallen darf: Da Lucas& Ingmar so fleißig beim Dank für Ehrenamtliche im Roten Rathaus mitgeholfen haben, wurden sie zum Essen eingeladen. In den Albrechtshof. Und wir durften daran teilhaben, in Form von zahlreichen Bildern und Beschreibungen davon, wie lecker das Essen war. Auch dafür ein herzliches Dankeschön, auch wenn ihr damit nur Neid hervorgerufen habt, aber okay …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim Rhetorik- und Deeskaltionsseminar waren wir aber ausnahmsweise vollzählig. Diesen von Seminaren bestimmten Donnerstag sahen wir eigentlich alle ziemlich unglücklich entgegen: Wer freut sich denn auch auf zwei Seminare, um 9 beginnend und um 21 Uhr endend, direkt hintereinander?! Aber im Nachhinein kann man sagen, dass vor allem das Rhetorikseminar richtig gut war! Nach erster Skepsis gegenüber der Videokamera stellte jeder aus unserer WG seinen Partner vor. Nicht selten kam es dabei vor, dass sich Zimmernachbarn vorstellten und die eine oder andere Liebeserklärung fiel. So war es umso schöner, dass wir uns die Videos anschließend noch einmal ansahen, und wir jeden Text ein zweites Mal hören konnten. (Den unangenehmen Teil, dass man sich selber auch ein zweites Mal sehen musste, versuche ich jetzt einfach auszublenden.) Anschließend haben wir viele Übungen gemacht, bei denen wir verschiedene Texte eingeübt haben. Mal kam es auf die Artikulation an, mal auf unsere Bewegungen und mal sollten wir das alles verbinden. Meiner Meinung nach sind wir alle hervorragende Rhetoriker bzw. jetzt noch bessere. Das Schöne am Deeskaltionsseminar war für mich die Hin- und die Rückfahrt, die wir zusammen bestritten haben, und es ließ sich auch nicht vermeiden, dass wir danach noch alle zusammen bei Aarons Lieblings-Dönermann waren.

Lynn und Chrissi hatten an diesem Tag anscheinend noch nicht genug erlebt – sie hatten sich überlegt, dass sie für die kalte Jahreszeit ihre Haarfarbe von Blond zu Brünett ändern wollten. Es hat sich gelohnt und sieht sehr gut aus!

Neue Vitrine für die WG

Die Umbauaktionen in der WG sollten auch in diesem Monat noch nicht als beendet gelten und deswegen haben wir uns sehr über eine Vitrine gefreut, die unseren Topf- und Besteckschrank ersetzt. Der Platz, den der alte Schrank neben der Küchentür hinterlässt, wird immer noch großräumig umgangen, denn jeder hat Angst gegen den imaginären Schrank zu laufen. In der kommenden Zeit werden wir uns ja vielleicht noch daran gewöhnen, dass es zur Küche mittlerweile einen um mindestens 50cm verkürzten Weg gibt. Das Umräumen der Tassen in die Vitrine hat allerdings für einen halben Herzinfarkt bei einem unserer Mitbewohner ausgelöst, als ich es gewagt habe, Tassen auszusortieren. Aber woher soll ich auch wissen, dass ihm ausgerechnet diese eine (in meinen Augen nicht ganz schöne) Tasse so sehr am Herzen liegt? Ab jetzt bin ich vorsichtiger, was das schnelle Wegwerfen von Gegenständen aus der WG angeht.

Glocken-Vorbereitung

Auch in diesem Monat lag es an uns die Glocke mit Inhalt zu füllen und diesmal blieb die wochenlange Planung aus. Wir waren eingespielter und Montagabend wurden einfach ganz schnell alle Aufgaben verteilt und das Chaos blieb aus. Mal sehen, wie wir die nächsten Monate meistern werden.

Neuzugang in der FJ-WG

Nun aber zur wichtigsten Mitteilung dieses Eintrags. Wir haben uns vermehrt. Und nein Uli, es ist keiner schwanger von uns, aber wir haben ein weiteres WG-Mitglied bekommen. Maria, die wir alle Marika nennen, hat den weiten Weg aus Ungarn zu uns gefunden, um uns mit ihrem Humor und ihren Kochkünsten den Alltag zu versüßen. Wir freuen uns alle auf die nächsten Monate und wollen sie jetzt schon nicht mehr missen! Marika, wir lieben dich!

Ein Besuch im "Komödie am Kurfürstendamm Theater"

Und um uns das triste Wetter zu versüßen, gibt es immer wieder so Aktionen, wie: Freikarten. Egal wofür, wir gehen hin! Diesmal also auch für eine Premiere im Theater am Kudamm. Da ich auf Heimattour war, ein kleiner Nachtrag von Maike:

Typisch Freiwillige – immer auf den letzten Drücker. Gerade noch rechtzeitig kamen wir am Theater an und ich sah mich hektisch nach Ortrud um, da sie die Tickets für uns hatte. Da ich sie nicht finden konnte, fragte ich am Schalter nach, ob sie eventuell welche für uns hinterlegt hatte. Dort sah man mich mit einem schiefen Grinsen an und wies mich darauf hin, dass die Premiere des Stückes im Theater nebenan aufgeführt würde. Hoppla! Lachend über unsere Dämlichkeit eilten wir einen roten Teppich weiter und dort wartete auch schon Ortrud mit den Eintrittskarten auf uns. Dankbar nahmen wir diese entgegen und bahnten uns den Weg bis zu unseren Plätzen.

Die Meinungen über das Stück, welches den Titel „Auf ein Neues“ trägt, teilten sich. Es ging um eine alleinerziehende, selbstbewusste und erfolgreiche Mutter eines pubertierenden Mädchens, das sich von der dominierenden Mutter missverstanden und unterdrückt fühlt. Über Weihnachten lädt die Familie – entgegen ihrer sonst sehr abweisenden Haltung gegenüber dieser Art von Menschen – einen Obdachlosen zu sich ein. Kitschigerweise entwickelt sich aus dem ungepflegten und stinkenden Michel ein gut aussehender gestandener Mann. Die Mutter hilft ihm bei der Jobsuche und unterstützt ihn auch finanziell. Am Ende – wer hätte damit rechnen können – wird aus den beiden ein Paar und auch Mutter und Tochter verstehen sich wieder sehr gut miteinander. Wie unvorhersehbar …

Wir, die durch die Notübernachtung schon eine Menge mit Obdachlosen zutun hatten, empfinden die Darstellung des auf der Straße lebenden im Stück als viel zu Klischee-mäßig. Lange Haare, langer Bart, Gestank, zerfetzte Kleidung… Klar, es gibt einige, die diesem Bild entsprechen, aber bei Weitem nicht alle.

Es waren einige witzige Stellen in der Komödie dabei, die uns zum Lachen gebracht haben, aber insgesamt hat uns das Stück eher weniger überzeugt. Da die Karten für uns aber gratis waren, wollen wir uns mal nicht beschweren!

Damit verabschieden wir uns bis zum nächsten Mal!

Tabea und die Freiwilligen :)