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3. Neue Woche, neues Glück!

Neue Woche, neues Glück!

„Nochmal dabei sein, nochmal frei sein... Das macht Spaß, das macht Laune… Gewinne, Gewinne, Gewinne!“ Wie auf einem Jahrmarkt, wo jedes Karussell einmal ausprobiert werden will und man kaum die Chance hat, den Eindruck eines einzelnen zu verarbeiten, da man schon wieder im nächsten Platz genommen hat. So fühlen wir uns hier in Berlin. Adrenalin pur den ganzen Tag lang. Achterbahn, über Kopf, in die Runde, vor, zurück…

Und in der ersten Reihe befinden sich dieses Mal:

Tabea, die ansteckende Lachgranate.
Mareike, der bodenständige Ruhepol.
Christine, die chaotische Kuschlerin.
Lynn, die unschuldige Feiert-Jesus-2-Go-Diebin.
Ingmar, der schwitzige Verplante.
Aaron, der eitle Ranger.
Anne, die taffe Rezeptionistin.
Timo, der leidenschaftliche Politiker.
Lucas, der vielbeschäftigte Mädchenmagnet.
Und ich, Maike.

 

Routine in den Alltag bringen - für uns Freiwillige noch immer ein Fremdwort. Pünktlich schlafen gehen übrigens auch. Aber gut, wir sind ja noch jung und sollten mit diesem minimalen Schlafpensum umzugehen wissen. Jeder neue Tag bietet für uns eine neue einmalige Erfahrung und ein bemerkenswertes Ereignis, sodass das Wort ‚normal’ schon nahezu aus unserem Wortschatz gestrichen wird.

Nach und nach wird uns bewusst, wie schwierig es werden wird, alle WGler gleichzeitig bei z.B. einem gemeinsamen Mittagessen anzutreffen. Dies wird zum einen durch die unterschiedlichsten Arbeitszeiten der Bewohner und zum anderen durch die noch unterschiedlicheren Ess- und Hungergewohnheiten jedes Einzelnen begründet. Wie gut, dass wir einmal wöchentlich dienstags ein gemeinsames WG-Frühstück und donnerstags einen WG-Abend haben. Es ist schön, alle beisammen zu sitzen und sich über Arbeit, Leben und alles weitere auszutauschen.

Am letzten Donnerstag, den 19. September hatte Uli für uns ein Tagesseminar angesetzt. „Ihr braucht alle ein Fahrrad“, hieß es und wir ahnten schon, was auf uns zuzukommen schien. Nach einem gemeinsamen Frühstück traten wir in die Pedalen und erkundeten im Regen Berlin. Die erste Station, die Uli sich für uns überlegt hatte, war die alte Markthalle im Moabit. Vollgepackt mit vielen Informationen, die Ulis Zeitplan ziemlich durcheinanderbrachten, strichen wir kurzerhand die nächste Station und fuhren mit der darauffolgenden fort, die da wäre die Gedächtniskirche. Nach einer kurzen Andacht in dem unglaublich schönen Gebilde, erhielten wir zudem eine tolle und informative Führung durch die im Krieg zerstörte Kirche. 

Natürlich durfte bei einer Berlin-Tour die Geschichte der Stadt nicht fehlen. Deswegen zeigte und Uli wichtige Gedenkstätten, Überbleibsel der Mauer und, und, und. Leichte Verzögerungen zwischen den einzelnen Stationen entstanden durchs Überfahren von orangenen Ampeln, die es den hintersten Fahrern der Schlange das Passieren der Straße unmöglich machten und den Beginnenden zum Warten zwangen.  Alles in Allem schienen wir Ulis Planung komplett über den Haufen geworfen zu haben. Aber das machte nichts. Wir hatten trotzdem einen schönen Tag.

Den ließen wir mit einem gemeinsamen Essen ausklingen. Uli kochte für uns herzhafte Pfannkuchen mit einer sehr leckren Gemüsesoße. Was man aus so einfachen Zutaten alles zaubern kann. Danke für diese Geschmacksexplosion in unseren Mündern, das kannst du gern mal wieder tun.

Auch das Einkaufen scheint immer wieder eine neue Herausforderung zu sein. Naive Menschen gehen mit der Einstellung ‚So viel brauchen wir gar nicht, da müssen wir den Bollerwagen auch nicht mitnehmen.’ los und kommen mit zerrissenen Einkaufstüten, vom Regen durchgeweichte Milchkartons und aus Sechserträgern herausfallenden Flaschen Wasser zurück. „Notfall“, betitelten es die zwei, dessen Namen wir an dieser Stelle aus Gründen der Bloßstellung nicht nennen wollen, und riefen somit zwei starke, hilfsbereite Herren herbei. Schnellen Schrittes eilten sie zum Unfallort und betteten die auf dem Boden verstreuten Lebensmittel liebevoll in den Bollerwagen. Puh, das ging noch mal gut. Glück gehabt.

Ein weiteres Highlight der Woche war das Singen in der Glocke am Dienstag. Die Glocke ist eine Mitarbeiterandacht, die einmal wöchentlich für alle Bediensteten der Berliner Stadtmission abgehalten wird. Diese Woche waren die Freiwilligen mit Musik und Fürbitte beauftragt. Wie gut, dass wir solche Planmenschen sind und uns schon am Montag um 19 Uhr trafen, um auch ja genug zu üben… Ironie Ende.

Nach langen Diskussionen über die Liederauswahl, einigten wir uns endlich auf ein paar Stücke. Beim Durchspielen merkten wir jedoch, dass unser Singtalent nicht so ganz den geltenden Ansprüchen der Glocke genügen würde. Schade. Egal. Wir waren so K.O., dass wir uns dazu entschlossen, es Gott zu überlassen, was er aus der musikalischen Untermalung am nächsten Tag machen würde. Und er hat uns nicht enttäuscht. Besonders bei dem Lied „Der Herr segne dich“ schien er es gut mit uns zu meinen und alle Teilnehmer der Glocke sangen mit lauter Stimme mit. Gut so, denn wir allein hätten kläglich versagt. Danke Jesus!

 

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