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Stadtmissionarin
      Katharina Schridde

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Gemeinde Friedrichshagen

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Stadtmissionsgemeinde Friedrichshagen

Unser Patenprojekt

- unser Patenprojekt in Brasilien

In der Provinz Bahia im Nordosten Brasiliens, einer der ärmsten Regionen des Landes, kümmern sich einige von Taizé ausgesandte Brüder mit ihren Helfern um die Straßenkinder. Auf unserer Familien‑Rüstzeit im Sommer 2005 haben wir in der Gemeinde von dieser Arbeit gehört.

Glieder unserer Gemeinde, die im Mai 2005 auf einem Treffen in Taizé waren, berichteten von ihrer Begegnung mit Bruder Rudolf, einem der ausgesandten Brüder, und seinem liebevollen und lebendigen Erzählen von Alagoinhas und „seinen Kindern“.

Seitdem begleitet unsere Gemeinde diese Arbeit. Bruder Rudolf, die Kinder nenne ihn liebevoll Rodolfo, informiert uns regelmäßig über die Freuden und Sorgen rund um dieses Projekt per Email. Wenn immer möglich, sammeln wir Geld für diese Arbeit in unserer Gemeinde und helfen so den Brüdern, den Kindern zu helfen.

Nicht die Brüder sind es, wie Bruder Rudolf erklärt, die die Kin­der empfangen und sie beschützen. Um sich selbst daran zu erinnern, haben sie das Isaakbild von Frère Éric, einem verstorbenen Mitbruder, anbringen lassen. Der blonde Junge des Originals wurde in ein Kind aus Bahia verwandelt. Dieses Bild ist überlebens­groß sichtbar, so­bald man zur Tür hereinkommt.

Wer sind die Kinder von Alagoinhas?

Es sind Kinder aus ärmsten Verhältnissen eines ständig wachsenden Stadtrandgebietes einer mittleren Stadt im Landesinnern der Bahia. Die Eltern sind zum größten Teil arbeitslos. Unterstützung durch ein Sozialamt oder eine funktionierende Krankenversicherung gibt es nicht. Ein großer Teil der Kinder wird für den Unterhalt der Familie arbeiten geschickt. Sie sind die "Straßenkinder", von denen die Zeitungen auch in Europa oft berichten.

Nur ein kleiner Teil lebt mit den Eltern zusammen. Ältere Geschwister und oft auch der Vater oder sogar die Mutter ziehen nach einiger Zeit weiter nach São Paulo, auf der Suche nach Überlebensmöglichkeiten. Häufiger sexueller Missbrauch, Pädophilie, Kinder, die ganz einfach im Stich gelassen werden. Die zurückgelassenen Kinder bleiben dann bei den Großmüttern. Manche sehen die Eltern nie wieder.

„Neulich, schrieb uns Bruder Rudolf, haben wir ein schönes Fest für ein Mädchen gefeiert, dass an seinem vierzehnten Geburtstag Mutter wurde. Einige Tage später kam die junge Mutter, zusammen mit ihrem Baby, um ihren Geburtstag zu feiern. Wir haben ihr ein schönes Fest bereitet.“

Die Jungen sind sehr gefährdet, in die Welt der Drogen und Kriminalität abzugleiten. Bruder Rudolf berichtet: „Immer häufiger gibt es elf- bis zwölfjährige Jungen, die als „aviãozinhos“ („Flugzeugchen“) Geld verdienen, d.h. sie liefern Drogen frei Haus. Diejenigen, die sie anführen, sind 15 bis 17 Jahre alt. Es gibt Jungen, die bereits voll und ganz in die Welt des Verbrechens verstrickt sind.

 

Brincadeira“, die „Offene Tür“

All diese Kinder kommen in die Brincadeira, sporadisch oder täglich, ganz wie sie wollen. Sie wissen, dass sie immer willkommen sind, und sie wissen, dass sie uns vertrauen können und wir nicht mit der Polizei zusammen arbeiten. So wird dieser Raum der „Offenen Kinder­tür “ ein Ort des Zuhörens.“

Indem die Kinder durch diese Tür kommen, können sie im Innern der Brincadeira alles werden: Künstler, Rapper, Jonglierer, exzellente Fußballer, Kinoregisseure, Schriftsteller… Es gibt eine Literaturakademie, und ein oder zweimal im Jahr das „Fest zur „Verleihung des Nobelpreises“, Bereich Kinderliteratur. Alle gewinnen einen Nobelpreis für ihre Bücher.

Die Tür der Brincadeira öffnet am Morgen. Bruder Rudolf frühstückt mit denjenigen, die zu Hause kein Frühstück bekommen, und gleichzeitig halten die Mitarbeiter Ausschau nach denen, die fehlen, und gehen ihnen später nach oder statten ihren Familien einen Besuch ab.

Projekte in Alagoinhas:

"Festa de Jesus": Einmal jährlich, am ersten Sonntag im August, laden die Kinder und Jugendlichen alle ihre behinderten Nachbarn zum "Fest nach der Art von Jesus" ein (vgl. Lukas 14, 15-23). Am 7. August 2002 fanden sich 2000 Behinderte mit ihren Begleitern zu diesem Fest ein, ein Tag voller Glück und inneren Friedens.

"Ferienkolonien": Die Kinder kennen keine Ferien und können nicht verreisen. So werden sie in den Sommerferien (Dezember - Januar) zu je 6 Ferientagen eingeladen, nach Altersstufen getrennt, jeweils etwa 80-100 Kinder. Sie bleiben auch über Nacht.

Escola para aprender muito: „Die „Schule, wo man viel lernt“. Sie findet statt, wenn die örtlichen Schulen geschlossen sind, in den Ferien, an Samstagen oder wenn die Lehrer streiken. Gegenwärtig ist hier das Komponieren, Texten und Singen von Raps und Gospels ein „Arbeitsschwerpunkt“ geworden. 

Berufsbildungskurse: Ein neues Projekt für heranwachsende Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren. Die Fundação do Caminho (Stiftung des Weges) ist der Träger für die Schule gegenüber dem Taizè-Zentrum. Sie versucht, entsprechend der Situation der Kinder, sehr niederschwellige Ausbildungskurse anzubieten. Aktuell bereiten sich 27 Auszubildende der Brincadeira darauf vor, Fahrradmechaniker, Elektriker oder Informatiker zu werden. Mit der Hilfe von guten Mitarbeitern in der Brincadeira wird versucht, sie auf ihren oft sehr verworrenen Wegen zu begleiten und ihnen einen Halt zu geben.

 Unsere Spendengelder erreichen die Kinder in Alagoinhas über

„Zukunft teilen“,

ein Spendenprojekt des Freundeskreises „Kinder von Alagoinhas“.

Die Weiterleitung geschieht über das Hilfswerk MISEREOR.

Für sich selber nimmt die Gemeinschaft von Taizé keine Spenden an.