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Kältehilfe

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Kältehilfe

Geschichte der Kältehilfe

Wie alles begann

Seit 1970er Jahren ist die Arbeit für wohnungslose Menschen ein wichtiges Arbeitsfeld der Berliner Stadtmission. 1985 eröffnete die Notübernachtung in der Lehrter Straße und bot wohnungslosen Menschen Schutz. Ein Jahr später machte die Notübernachtung in der Franklinstraße ihre Türen für wohnungslose Menschen auf. Noch heute werden beide Notübernachtungen betrieben, die in der Franklinstraße als ganzjähriges Angebot in Zusammenarbeit mit der Caritas. Man erkannte, dass man im Winter besondere Hilfsangebote benötigt. Daraus entstand die Kältehilfe.

Die erste Kältebusfahrt

Auslöser für die Idee des Kältebusses war 1994 der Erfrierungstod eines Obdachlosen in Berlin. Er hatte keine Kraft mehr, selbst einen warmen Unterschlupf aufzusuchen. So etwas durfte nicht mehr passieren. Der erste Kältebus war bis 1995 ein privates Auto, danach wurde durch eine Spendensammlung der erste richtige Kältebus "geschaffen". Der Kältebus fährt im Winter deswegen Nacht für Nacht durch die Stadt und sucht Orte auf, an denen wohnungslose Menschen übernachten - oft nur zu überleben versuchen. Wollen die Menschen nicht mit in die Notübernachtung kommen, versorgt das Kältebus-Team sie wenigstens mit einem warmen Getränk und warmen Worten. Neben diesen "Hausbesuchen" ist der Kältebus zudem immer auf Abruf bereit.

Historisches Bild vorm ersten KältebusDer Kältebus ist die Idee von Ulrich Neugebauer, Gunnar Fiedler und Karen Holzinger (v.r.)

Gefühlskalt - Erste Kältehilfe-Kampagne von 2003-2006

Gefühlskalt Mann
Gefühlskalt Mädchen

Ende 2003 wird ein neuer Kältebus angeschafft und es wird erstmals morgens zwischen 6.30 und 12 Uhr ein Angebot zur Beratung für "ausstiegswillige" Wohnungslose geschaffen. 70 der 700 Gäste konnten in weiterführende Projekte vermittelt werden. Die Kältehilfe der Berliner Stadtmission ist inzwischen gewachsen. In der Saison 2003/04 arbeiten jede Nacht 12 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in drei Schichten in der Notübernachtung der Lehrter Straße. Es kommen durchschnittlich 90 Obdachlose in die Notübernachtung, die Altersspanne reicht von 18-7, in der gesamten Saison sind 13289 Übernachtungen zu verzeichnen. Das Angebot wird unterstützt, Weihnachtsessen für Wohnungslose werden gesponsort, der Unterstützerkreis wächst.

Wir beschließen an die Öffentlichkeit zu gehen und starten unsere erste Kältehilfe-Kampagne. Mit der Kampagne "gefühlskalt" wird zum ersten Mal in den Kinos und im Fernsehen zu Spenden aufgerufen. Die Stadtmission bekommt dabei Unterstützung verschiedener Agenturen und des regionalen Fernsehsenders rbb.

Spenden Sie Wärme - Eismensch-Kampagne 2006-2009

Kauernder Eismensch
Liegender Eismensch
Kauernder Eismensch

Im Jahr 2006 wurde die Notübernachtung  in der Lehrter Straße oder kurz NÜ, wie so mittlerweile unter den Mitarbeitern und Gästen heißt, umgebaut, um mehr Toiletten zu schaffen, behindertengerechte Duschen einzubauen und eine neue Essensausgabe zu ermöglichen. Die Zahlen der Notübernachtungsgäste steigen weiter. Im Jahr 2009 sind es über 130 Gäste, nur 60 Plätze sind finanziert. Der Winter 2009/10 ist eisig und viele wohnungslose Menschen suchen Hilfe.

Die Hündin Tikwa begleitet den Kältebus und erleichtert den Beziehungsaufbau zu den obdachlosen Menschen, die der Kältebus Nacht für Nacht abfährt.

Die Eismensch-Kampagne soll darauf aufmerksam machen, dass der wohnungslose Mensch unsichtbar geworden ist. Fast durchscheinend hockt oder liegt der Mann aus Eis da. Er friert, aber man sieht ihn kaum. Das Fotoshooting mit dem Eismenschen findet im U-Bahn-Tunnel unter dem Alexanderplatz, Medienvertreter wurden eingeladen, um noch direkter an die Öffentlichkeit zu treten. Das Motiv wird auch in den Bahnen und an Haltestellen in Berlin gezeigt.

Käletbus neben Plakat in einer Haltestelle

"Würden Sie hier gerne übernachten?" - Kampagne von 2010 - 2016

Kältehilfe Plakat

Mit Platz für bis zu 170 Menschen in Notübernachtungen starten wir in den Kältehilfe-Winter 2010/11, mehr als 18000 Übernachtungen verzeichnen wir in diesem Winter. Kaum zu glaube, dass sich diese Zahl im Jahr drauf fast verdoppelt. 2013 gehören 68 % der Schlafplätze für Wohnungslose zur Berliner Stadtmission und mittlerweile haben wir über 400 ehrenamtliche Mitarbeiter. Worüber wir sehr dankbar sind. Das gibt Zeit, Zeit, die in der Kältehilfe unfassbar wichtig ist. Fast 2000 Mal konnte vor Ort Menschen durch ehrenamtliche Ärzte Hilfe zukommen. Durch die Unterstützung der Deutschen Bahn Stiftung können wir im Winter unsere Ambulanz für Obdachlose öffnen, die über die Kältehilfe hinaus zwei Tage die Woche Anlaufstelle für wohnungslose Menschen ist, die ärztliche Hilfe brauchen.

Mann liegt in Kühlfach
Mit dem Motiv wurde auch an Kühlfächern für die Kältehilfe geworben.


Wir sind mittlerweile mit zwei Kältebussen unterwegs und in 20 Jahren (2014) ist der Kältebus von der Strecke her schon drei Mal um den Erdball gefahren. Ein Jahr später haben wir insgesamt 285 Plätze offizielle Plätze in drei Notübernachtungen und einem Nachtcafé. Seit diesem Jahr betreiben wir auch die erste Traglufthalle für wohnungslose Menschen. Hundert Übernachtungsgäste finden in der "HalleLuja" Platz. In der Nütübernachtung I in der Lehrter Straße gibt es mittlerweile 121 finanzierte Plätze, jedoch kommen im Durchschnitte über 200 Menschen zu uns.

Spende Wärme - Kampagne 2016-2017

Die Zahlen der wohnungslosen Menschen steigen. Ohne die Hilfe engagierter haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter, ohne Menschen, die hinschauen, den Kältebus verständigen, Menschen in Not wahrnehmen und uns spenden, wäre unsere Arbeit nicht möglich.

Ein nettes Wort, eine Frage, was der Mensch auf der Straße braucht, eine Geld- oder Kleiderspende oder eine Schicht in der Notübernachtung bringen noch keinen Menschen gleich von der Straße weg. Das wissen wir. Aber es ist ein Anfang. Ein Anfang eines beschwerlichen Weges. Für viele Wohnungslose sind die Mitarbeiter der Kältehilfe wie Engel. Endlich nimmt sie jemand wahr, endlich gibt es etwas nur für sie, endlich begegnet ihnen jemand auf Augenhöhe. Wohnungslose sind Menschen. Gescheiterte, kaputte, oft auch kranke Menschen, aber in erster Linie Menschen.

engelsgleiche Frau bedeckt Obachlosen mit Decke

Aus diesem Grund entstand die Kampagne mit einem engelsgleichen Wesen, das sich nur um den Menschen ohne Obdach kümmert, den sonst niemand wahrnimmt. Mit seligem Lächeln nimmt der liegende Mann die Zugewandtheit an. Natürlich ist das Leben auf der Straße kein Märchen, sondern eher trist, trost- und hoffnungslos. Das Elend und die traurigen Geschichten gescheiterter Existenzen will einen in die Knie zwingen, oft steht man scheinbar hilflos daneben. Aber es gibt eben auch diese helle Seite, diese strahlende Seite. In unserer Arbeit in der Kältehilfe sehen wir diese immer wieder und es geschehen immer wieder Wunder. Menschen fangen ein neues Leben an, wagen das scheinbar unmögliche. Wir wollen ihnen dabei helfen.

Fotografin und Digitalartist Carmen Lenk und das Filmkünstler-Team artrejo cinemaz haben im Museumspark Rüdersdorf die Aufnahmen gemacht.  Der Kölner Liedermacher Frank Börgerding (www.boergerding.com) brachte sein berührendes Lied „Wann fängt mein Leben an?“ zur Kältehilfe-Kampagne ein. Mit dem Kauf des Songs gehen 50 Cent an die Kältehilfe der Berliner Stadtmission. Der Song kann in nur in seinem Shop gekauft werden. 

Kältebusfahrer umarmt Wohnungslosen

Bis heute

Einen Ort zum Aufwärmen, etwas Warmes zum Essen, ein Schlafplatz im Trockenen, Hygienemöglichkeiten, zum Beispiel eine eigene Zahnbürste, und ein offenes Ohr sind Teil dessen, was die Gäste in den Notübernachtungen der Berliner Stadtmission erwartet. Medizinische Betreuung und ein Beratungsangebot stehen den Gästen ebenfalls zur Verfügung.

Willkommen sollen sie sich fühlen. Haupt- und ehrenamtliche Helfer machen das Abend für Abend, Nacht für Nacht möglich. Auch dieses Jahr.