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30. Oktober 2012

Vertrauen in Übergröße

Montag früh, -3 Grad.
Bin das erste Mal nicht mit dem Moped zur Arbeit gefahren, da fällt man ja tot vom Roller. Morgen muss ich Handschuhe anziehen, ohne ist es doch schon sehr frisch.
Um 10 Uhr steht Tommi vor der Tür, 35 Jahre jung, 1,98 groß, trägt Sandalen, hat keine Socken an. Ob wir denn Schuhe in Größe 53 für ihn hätten. Märchenstunde. Die gibt es in keiner Berliner Kleiderkammer, dort sind allerhöchstens Schuhe bis Größe 46 vorhanden.

Nun hatte ich noch für Nothilfen eine Spende in Höhe von 30 Euro. Gleich um die Ecke im Europacenter gibt es einen Laden mit Schuhen in Übergrößen. Aber mit 30 Euro ist da auch nichts zu machen. Ich bat zwei Praktikantinnen Tommi in das Geschäft zu begleiten und nach Möglichkeit nicht mehr als 50 Euro auszugeben. Traumtänzer Dieter Puhl - natürlich gibt es für 50 Euro keine neuen Schuhe. Anruf der Praktikantinnen: Das Schuhfachgeschäft kommt uns entgegen, reduziert von 139,90 Euro auf  99,90 Euro. Ich musste wirklich drei Minuten überlegen. Geben Sie mal Geld aus, das nicht vorhanden ist. Ein schwieriger Balanceakt.

Dann aber die Erinnerung: Gottes Liebe hat nichts mit verschränkten Armen und Untätigkeit, Enge zu tun - sie ist einfach großzügig. "Was sorget ihr euch, ihr Kleingläubigen …"
10 Minuten später waren die drei da, die neuen Schuhe sahen einfach Klasse aus und passten vorzüglich. Zufriedener Tommi, glückliche Praktikantinnen.
Fünf Minuten später brachte eine nette ältere Dame selbstgestrickte hübsche Wollsocken vorbei.
Bis Freitag wird sie 2 Paar in Gr.53 anfertigen.

Erneute fünf Minuten später kam ein netter junger Mann vorbei, Masseur von Beruf, hatte seine Trinkgelder für uns gesammelt. "160 Euro, bitte als Nothilfe für arme Schlucker."
So ist das oft mit Gottes Liebe und dem Vertrauen.

Dieter Puhl, Leiter der Bahnhofsmission

 

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