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17. Dezember 2015

Seliger als nehmen

Bei einer gemeinsamen Packaktion in der Notübernachtung Kopenhagener Straße hatten Gäste die Möglichkeit Weihnachtspakete für ihre Familien, von denen sie getrennt sind, zu packen. Hier ein Einblick:

„Und noch etwas für Ihre Frau?“ – Na klar, an sie ist das Paket doch adressiert. Ich telefoniere mit einem unserer Stammgäste, der heute nicht bei uns sein kann. Er ist gerade im Bus, raus aus Berlin. Trotzdem war ihm wichtig, dass seine Familie zu Weihnachten Geschenkpost bekommt. Freunde machen’s möglich. In diesem Fall ein weiterer unserer Gäste, der mir an diesem Abend unversehens sein Handy in die Hand gedrückt hatte, dazu einen kleinen Zettel mit einer von Hand geschriebenen bulgarischen Anschrift. Ich erhalte den Auftrag, stellvertretend einen Schuhkarton zu packen. Der kleine Sohn meines Gesprächspartners am Ende der Leitung ist zarte 1 ½ Jahre. Mit dem ausgefüllten Paketschein geht’s zum „Geschenkebüffet“.

Gemeinsames Geschenke packen in der NÜ2

Stolz macht sich breit

Jetzt bin ich an der Reihe. Den Anfang macht die Weihnachtsschokolade. Für die Dame gibt es einige Hygiene-Artikel, Perl-Duschcreme und Badeschwämmchen und so. Bei den Kindersachen angekommen, eilt der Freund meines Auftraggebers mir zur Hilfe. Zielsicher fischt er eine blaue Latzhose und ein buntkariertes Hemd heraus. Er scheint den Jungen zu kennen. Die braunen Kleinkind-Lederboots sind der Burner! Damit die Knöchelchen bei der Welterkundung nicht wanken. Ich bin beglückt. Gemeinsam mit unserem ehrenamtlichen Geschenke-Ausgeber wählen wir ein paar Spielzeugautos aus. Und ein Bilderbuch mit auf Deutsch beschrifteten Tieren und Gegenständen zum Sprechenlernen - macht das Sinn? Ich genieße es, die Unterstützung an meiner Seite um Rat fragen zu können. Das Buch also? – Doch, auf jeden Fall, die Eltern sprechen gut deutsch. Zufrieden über unser erfolgreiches Schätze-Finden gehe ich weiter zur Packstation. Stolz lässt sich dort schon ein Gast nach dem anderen mit seinem fertigen, in Geschenkpapier gewickelten Päckchen fotografieren.

Ich lade meine Kollegen ein, mir beim Einpacken „meiner“ Kostbarkeiten zu helfen. Kaum habe ich damit begonnen, hat sich ein weiterer Gast zu mir gesellt. Unaufgefordert hält er das von mir zurechtgeschnittene und -geknickte Geschenkpapier, während ich das Tesa abreiße. Zuvor hatte ich ihm beim Paketschein-Beschriften assistiert. Er war es auch, der für sein Kind in Rumänien die bezaubernde Plüschmaus-Spieluhr ergattert hatte, die mir bereits beim Geschenke-Vorsortieren im Lager ins Auge gesprungen war. Als ich sie später aufzog und an sein Ohr hielt, strahlte er. Echt schön, dass er jetzt mir hilft. Passgenau werden die eingepackten Präsente im Karton verstaut. Mein Paket – ein Gemeinschaftswerk. Noch ist die Weihnachtspost nicht verschickt. Doch Beschenkte gibt es heute schon. Irgendwie hat die durchs Packen entstandene Freude weitere Kreise gezogen. 

Sara Keller
Mitarbeiterin in der Notübernachtung Kopenhagener Straße (NÜ2)