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24. November 2015

Alle Jahre wieder …

Die Nü2 wird als kleine Schwester der Notübernachtung in der Lehrter Str. benannt. Und das ist sie auch: in einem Gemeinschaftsraum im Wohnheim der Kopenhagenerstr. 29 in Reinickendorf können bis zu 42 Männer essen, duschen und schlafen. Mehr Platz ist nicht. Aber mehr Platz für Gemeinschaft und Gespräche. Unsere Gäste sollen merken, dass sie Menschen unter Menschen sind.

In den ersten Wochen sind einige Gäste wieder gekommen, die wir vom letzten Winter noch kennen. Aber auch viele neue Gesichter waren und sind dabei. Und es sind nicht alles Deutsche, denn Europa ist auch in der Notübernachtung angekommen. Rumänen, die ihre Familien für Geldverdienen vorübergehend zurücklassen, Letten, die auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind und Polen, die sich in ihrem Land nicht geborgen fühlen. Was können wir für sie tun? Das frage ich mich seit 6 Jahren, seitdem ich in der Kältehilfe der Berliner Stadtmission arbeite.

Wir nennen die Menschen, die zu uns kommen, Gäste, denn sie haben Würde – trotz und in ihrer Lage. Vielleicht haben wir das von Artikel 1 des Grundgesetzes abgeguckt. Unsere Gäste bekommen einen Schlafplatz, können duschen und erhalten abends und morgens Essen (d.h. die Nacht über), dass sie die winterlichen Tage gut überstehen. Und für Außenstehende mag das ausreichen.

Wir stellen jeden Abend fest, dass wir Menschen mit Biografie begegnen und beherbergen. Die Lebensgeschichten unserer Gäste sind so vielfältig und spannend wie Romane, manche wie Thriller. Und wir zählen noch mehr zu unserer Arbeit. Das unser Gäste den Winter in Berlin miterleben können, statt nur zu überstehen, das sie Nikolaus, Weihnachten und Silvester feiern können, statt nur Zeit verstreichen zu lassen und den Frühling begrüßen können, statt wieder ein Jahr geschafft zu haben. Mit Humor, Verbandszeug, aufmunternde Worten und Weitervermittlung an Berater möchten wir zeigen, dass die Notübernachtung nicht alles ist, was die Gäste erreichen und wo sie ankommen können.

Und so hoffen wir, dass wir bald nicht mehr gebraucht werden. Denn das bedeutet, dass wir die Not ein Stück gelindert haben in dieser Stadt.

Isabel Otzowsky
Leiterin Nü2