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23. November 2018

Ein Abend in der Notübernachtung der Lehrter Straße

Der erste Schnee ist gefallen, Tag und Nacht ist es eisig kalt in Berlin. Ich erinnere mich morgens daran, auf keinen Fall Schal und Mütze zu vergessen und komme abends trotzdem als wandelnder Eiszapfen nach Hause. Aber immerhin komme ich nach Hause. Von meinem Fenster aus kann ich sehen, dass sich vor der Notübernachtung in der Lehrter Straße die ersten Menschen sammeln, die darauf warten, auch auftauen zu dürfen.

Um 19:30 Uhr geht es für mich in der NÜ 1 los. Ich arbeite immer mit Elias zusammen und wir sind zunächst dafür verantwortlich, die Schlafhäuser und die anderen Räume so vorzubereiten, dass die Gäste kommen können.
Arbeitsteilung ist angesagt. Elias bleibt unten, stattet den Gepäckraum mit den Nummern für die Gäste aus und bereitet von Eingangsbereich bis Aufenthaltsraum alles vor. Ich kümmere mich um die Schlafhäuser, dort darf in der Nacht nichts fehlen. Mit den Checklisten gewappnet kontrolliere ich, ob alles da ist, was gebraucht wird.
Ich schließe die Fenster, drehe die Heizungen auf und mache mich auf den Weg ins Lager und in die Kleiderkammer, um das Fehlende noch zu holen. Nachdem genügend Handtücher, Decken und andere Notwendigkeiten organisiert sind, gehe ich noch einmal durch die Räume. Jeder Schlafplatz soll gleich aussehen und ordentlich vorgefunden werden.
Wenn diese Aufgaben erledigt sind, gibt es eine Mitarbeiterandacht. Es ist schön, vor dem ganzen Trubel noch einmal zur Ruhe zu kommen und sich bewusst zu machen, warum man hier arbeitet, wer die Gäste sind und dass wir ihnen im Namen Jesu begegnen wollen.

Viele sitzen schon seit Stunden vor dem Eingang und warten auf den Einlass. Pünktlich um 21 Uhr werden die Türen dann geöffnet.
Ich bin am Computer eingeteilt, dort nehme ich die Gäste in unser Programm auf, während andere schon ihr Gepäck abgeben oder abgetastet werden. Die kurze Kontrolle durch das Abtasten ist notwendig, um die Sicherheit der Gäste und Mitarbeiter zu gewährleisten. Dazu gehört auch ein kurzer Läuse-Check. Ein Blick in den Kragen und hinter die Ohren genügt um festzustellen, ob ein Befall vorliegt. Wenn Kleider- oder Kopfläuse gefunden werden, bekommt der Gast sofort die notwendige Behandlung.
Am Computer hat man das Privileg, die erste Person zu sein, die die Gäste begrüßt. Ich kenne einige Personen und ihre Namen schon aus der Ambulanz und werde auch selbst erkannt. Es ist schön, bekannte Gesichter und die Freude darin zu sehen, wenn ich ihre Namen noch weiß oder mich mit ihnen unterhalte, während sie warten müssen.
Meine Schicht geht bis 0:30 Uhr, doch die Gäste kommen die ganze Nacht lang in die NÜ 1. Draußen hat es Minusgrade und bei uns drinnen es ist schön warm, es gibt etwas zu essen, eine Dusche und einen Schlafplatz.

Es sind Kleinigkeiten und kurze Momente, die die durchaus auch anstrengende Arbeit in der Notübernachtung so wertvoll und besonders machen. Eine Frau sagte zu mir, dass sie so gerne zu uns kommt, weil wir alle so freundlich sind, das Essen gut schmeckt und sie sich hier wohlfühlt.
Den Tag mit einer so schönen Rückmeldung zu beenden fühlt sich nicht nur gut an, sondern weckt auch Vorfreude auf die weiteren Abende, an denen ich in der NÜ1 arbeiten darf.

Sophie Hilt, FSJlerin