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8. Dezember 2019

Dit is Berlin

Nun bin ich doch schon eine Weile im Kältebus unterwegs und muss immer wieder feststellen: Keine Nacht ist wie die andere! Jede Nacht hat ihre eigenen Geschichten. Und so auch diese Nacht.

Es ist halb 10 an einem milden Sonntagabend. Das Anrufaufkommen ist verhältnismäßig gering und so haben wir Zeit, uns intensiv um obdachlose Menschen zu kümmern, für die sonst nicht so viel Zeit bleibt. Wir treffen auf drei junge Männer aus Russland. Medizinischer Zustand: Schlecht! Aber sie kümmern sich gegenseitig umeinander. In eine Notübernachtung wollen sie nicht. Wir verbleiben dabei, dass wir in einer Stunde nochmal vorbeikommen und ihnen die nötige Ausrüstung mitbringen, die sie brauchen.

Eine gute Stunde später fahren wir wieder vor und müssen kurz ausweichen, weil zwei Streifenwagen und ein Rettungsdienst mit Sirene, Martinshorn und Vollgas an uns vorbeirasen. Mein Beifahrer fragt sich schon: Was da wohl passiert ist? Tatsächlich halten Streifenwagen und der Rettungsdienst direkt an dem Ort, an dem wir vor einer Stunde mit unseren obdachlosen Gästen ins Gespräch kamen und ein Wiedertreffen vereinbart hatten. Die obdachlosen russischen Männer sind komplett überfordert mit der Situation. Einer von ihnen streckt aus Reflex die Hände in die Luft und nimmt sie erst wieder herunter, als der Polizist es ihm befielt.

Fehlinterpretation

Die große Frage: Was war passiert? In der Zeit, als wir weg waren, hatte der eine obdachlose Gast seinem Freund einen Verband umgelegt. Das alles ereignete sich vor einem Rewe Einkaufsmarkt. Ein Passant hatte die Situation aus der Ferne so fehlinterpretiert, dass er dachte, es handle sich gerade um einen Raubüberfall und verständigte daraufhin die Polizei. Der Rest der Geschichte ist bekannt.

Was lernen wir daraus? Kommunikation hat noch niemandem geschadet. Das gilt auch für die Kommunikation mit obdachlosen Menschen. Es sind Menschen wie du und ich.

Yannick, Kältebusfahrer