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"Wiedersehen" - 13.11.2021

Auf meiner ersten Fahrt in diesem Winter wurden wir zum Weigandufer nach Neukölln gebeten. Eine Passantin hatte einen obdachlosen Menschen auf einer Bank ohne Schutz angetroffen, leicht bekleidet und nur mit einer Decke versorgt. Ob der liebe Mensch mit dem Bus mitkommen würde blieb unklar. Die Passantin wollte warten, bis der Kältebus eintrifft.
 
Rote Kategorie - das klang ernst und wir machten uns zügig auf den Weg. Nun ist das Weigandufer bekanntermaßen recht lang. Meine Mitfahrer:in Susanne, die an diesem Abend ihren ersten Dienst im Kältebus tat, fragte nochmal beim Call-Center an, wo die Beiden denn anzutreffen wären: Nr. 7, Nähe Weichselplatz. So, so, dachte ich für mich und hatte schon eine Vorahnung …. Angekommen hörte ich ihn schon: „Vielleicht kommt der, der immer kommt ….“.
 
Und dann sah ich ihn: „Verdammt, ich habe Deinen Namen vergessen.“ –
„Jean-Paul (Name geändert)“ entgegnete er –
„Mann, habe ich Dich gesucht …. Wo warst Du denn die ganze Zeit?“
„Ich war lange im Krankenhaus.“
„Wie geht es Deinem Bein?“
„Olli, alles okay, bestens versorgt“.
„Deine Wunde sah schlimm aus. Willst Du einen Kaffee?“
„Ja gerne …“
 
Susanne und ich bereiteten einen Kaffee für Jean-Paul. Ich holte ein paar der großartigen Socken aus dem Bus, die Inge – 92 Jahre - aus dem Wetterau-Kreis jedes Jahr für unsere Gäste strickt. Und dann hatte ich noch den einen Grönland-Schlafsack! Diesen hatte mir ein lieber Arbeitskollege aus Düsseldorf geschickt unter der Adresse „Oliver Stemmann - Notübernachtung Lehrter Straße“, als wenn ich da wohnen würde …. Diesen einen Schlafsack hatte ich für eine besondere Angelegenheit aufgehoben ….
 
Mit Socken, Kaffee und Schlafsack versorgt unterhielten wir uns noch lange mit Jean-Paul -  klar war, er kommt nicht mit! Er lebt lieber auf der Straße auch bei kaltem ungemütlichen Wetter. Das war für mich ein besonderes Wiedersehen: Jean-Paul kennen das Team und ich bestimmt 3 bis 4 Jahre. Lange war er verschollen. Nun traf ich ihn wieder – ein schönes aber auch trauriges Wiedersehen. Lieber hätte ich ihn in einem „kleinen Zuhause“ und nicht auf der Straße besucht!