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SM Panorama: Ausgabe 6/2013

Mann schläft in Gefriertruhe
Bild des Stadtmissionsdirektors Hans-Georg FilkerStadtmissionsdirektor Hans-Georg Filker

Liebe Freunde der Berliner Stadtmission,

was hat die Weihnachtsbotschaft mit dem Mann im Kühlfach zu tun? An dem Bild auf dem Titel, mit dem wir auch um Unterstützung für unsere Kältehilfe werben, entzünden sich immer wieder Gespräche.

Natürlich ist es vordergründig ein "Hingucker", ein Schocker, der Aufmerksamkeit für die Situation von Menschen ohne Wohnung erregen soll. Denn keiner schläft gerne oder freiwillig in der Kälte, schon gar nicht in einem Kühlschrank. Ein hoffnungsloser Fall?

Die christliche Weihnachtsbotschaft wird in einem bekannten Lied so ausgedrückt: "Welt ging verloren – Christ ward geboren." Weihnachten ist ein Fest, dessen Kraft nicht in Superlativen des Geschenkaustauschs besteht. Es verbreitet Hoffnung in einer Welt voller Verlorenheit durch eine Geburtsanzeige: "Jesus Christus, der Retter, ist da!" Weniger vollmundig würde der Sache nicht gerecht.

Konsequenz? Statt Weihnachten immer öfter auszublenden oder zu bagatellisieren ("Winterfest"), sollten wir die Weihnachtsgeschichte für uns selbst – vielleicht auf neue Weise – wahrnehmen, damit die Freude des Evangeliums wieder aufblüht. Denn sie ist zum ganzjährigen und lebenslangen Gebrauch bestimmt.

"Maria aber behielt alle diese Worte
und bewegte sie in ihrem Herzen.
Und die Hirten kehrten wieder um,
priesen und  lobten Gott für alles,
was sie gehört und gesehen hatten."
                                            
(Lukas 2,19-20)

Fangen wir bei uns an!
Innere Ausrichtung und öffentliches Mit-Teilen, was uns im christlichen Glauben geschenkt wird, das würde uns und unserem Land gut tun.

In diesem Sinne, Gott befohlen

Ihr

Hans-Georg Filker

Inhalt des Panorama 6/2013

Haus Leo - Zuflucht fern der Heimat
Gestalten Sie die Welt - Folge 1: Spendenrezept
Spender erzählen
Kältehilfe: "Angst? - Nein, Respekt!"
Krankenstation - Ein neuer "Checkpoint" in Berlin
Zweites Leben für Wohlstandsmüll: WUNDERbar! WATER TO WINE
Vorausblick: Heiligabend-Gottesdienst

 

Haus Leo – Zuflucht fern der Heimat

Ein Kind aus dem Haus LeoEin Kind aus dem Haus Leo

70 Menschen aus sechs Nationen leben im Haus Leo. Auf zum Teil gefährlichen und abenteuerlichen Wegen mussten die Familien aus ihren Heimatländern fliehen. Ein schweres Los für alle, insbesondere auch für die Kinder. Meist ist noch ungeklärt, ob die Flüchtlinge auf Dauer in Deutschland bleiben können oder mit Abschiebung rechnen müssen.

Die Familien leben bei der Berliner Stadtmission in eigenen Wohnungen – ein großer Fortschritt nach der Zeit im Wohnheim mit wenig Privatsphäre. Drei Haupt- und zahlreiche Ehrenamtliche unterstützen die Menschen. In dem fremden Land und mit einer Sprache, die sie noch kaum sprechen, fühlen sie sich oft hilflos.

Behördengänge, Schriftverkehr, Arztbesuche, der Schulbesuch der Kinder – alles Hürden und Stolperfallen, die es zusätzlich erschweren, das Trauma der Flucht zu bewältigen. Besonders Kinder sind Leidtragende. Sie mussten in der Regel in der Heimat Krieg und Verfolgung erleben, dann die Flucht, mit dem Verlust von fast allem, was vertraut war: Freunde, Verwandte, das Zuhause, Schule ...

Ihre Eltern sind oft selbst verängstigt und verunsichert, können ihren Kindern so nicht die emotionale Stabilität vermitteln, die jedes Kind braucht.

Ältere Geschwister fühlen sich über die Maßen für Eltern und Jüngere verantwortlich. Das ist eine große Bürde. Im Haus Leo versuchen die Mitarbeitenden, gerade ihnen einen Freiraum zu verschaffen, in dem sie einfach Kind sein können. Im Haus Leo wird alles unterstützt, was Integration und Eingewöhnung in Deutschland erleichtert. Den Erwachsenen wird die kostenlose Teilnahme an einem Deutschkurs im Zentrum am Hauptbahnhof ermöglicht oder es werden den Flüchtlingsfamilien Paten vermittelt, die zum Beispiel bei Schularbeiten helfen, spielen und, wo nötig und gewünscht, den Alltag unterstützen.

Helfen Sie mit,die schwierige Situation der Kinder und Jugendlichen zu verbessern.

Spendenkonto: 31 555 00
BLZ: 100 205 00
IBAN: DE63 1002 0500 0003 1555 0
BIC: BFSWDE33BER

Ein "Plumssack" verbindet Kulturen

Ein Bild vom Daniel Manthey und mehreren FlüchtlingskindernDaniel Manthey leitet das Flüchtlingsprojekt "Haus Leo"

Wenn sich eine Kinderschar im Alter zwischen zwei und zwölf Jahren voller Begeisterung auf den Wiesenflächen im Zentrum am Hauptbahnhof der Berliner Stadtmission versammelt, um miteinander "Plumssack" (auch bekannt als "Faules Ei") zu spielen, ist klar: Im Haus Leo hat das Kinderprogramm begonnen. Während eine der fünf Mitarbeiterinnen das Spiel erklärt, erhebt sich aufgeregtes Stimmengewirr in bis zu sechs Sprachen.

Naemi Buddruhs ist Praktikantin im Haus Leo

*Alle Namen wurden verändert, stammen aber aus den jeweiligen Landessprachen der Kinder

Gestalten Sie die Welt - Folge 1: Spendenrezept

Jeder gespendete Euro hilft. Machen auch Sie mit und gestalten die Welt ein Stückchen besser!

Folge 1: "Rezept" für ein privates Spendenessen zugunsten der Berliner Stadtmission

Man nehme:

  • 6 bis 8 (potenzielle) Wohltäter/innen
  • eine Einladung mit Informationen zum ausgewählten Spendenprojekt
  • ein schönes Essen in vertrauter Atmosphäre
  • Zielsetzung der Spendenhöhe (z. B. 350 Euro)
  • Umschläge für Bargeld bzw. Spendenzusage

Wir stellen Ihnen auf Wunsch kostenlos zur Verfügung:

  • Informationen und Beratung zur aktuellen Arbeit der Berliner Stadtmission,
  • Muster für Einladungsschreiben,
  • Spendentüten für Bargeld mit allen wichtigen Informationen zum erfolgreichen Spenden, wie zum Beispiel Bankverbindung und Merkblatt "Spendenbescheinigung"
  • Kochrezepte für ein 3-Gänge- oder Wunschmenü.

Transparent und engagiert

Ihr privates Benefizessen ist der Auftakt für eine persönliche Beziehung, die Sie auch näher an die Herausforderungen unserer Zeit bringen kann. Parallel dazu begleiten wir Sie vor Ort.

Wo Ihre Unterstützung zurzeit besonders gebraucht wird, besprechen wir gern mit Ihnen persönlich.

Kontakt

Johanna Zeidler
Telefon (030) 690 33 405
jzeidler(at)berliner-stadtmission.de

Ein Bild von Spenderin Marianne Fiedler

"Ich mag es, Spenden zu organisieren, weil Menschen zwar gern helfen, aber manchmal einfach einen kleinen Schubs brauchen."

Marianne Fiedler, Freundin der Berliner Stadtmission

Benefizessen und Päckchen

Wohnungslose packen Päckchen ausDie wohnungslosen Gäste der Notübernachtung freuen sich über die Geschenke.

Marianne Fiedler ist seit vielen Jahren aktive Unterstützerin und Spenderin der Berliner Stadtmission. Sie packt im Advent regelmäßig mit Freunden Geschenkpäckchen für wohnungslose Menschen, die an Heiligabend bei der großen Weihnachtsfeier der Notübernachtung an die Gäste verschenkt werden.

Marianne Fiedler gab auch die Anregung, Benefizessen für die Arbeit der Berliner Stadtmission im privaten Rahmen zu organisieren.

"Doppelte Freude durchs Teilen!"

Bild von Matthias und Barbara Blankenagel mit der FamilieMatthias und Barbara Blankenagel mit der Familie am Tag ihrer Silberhochzeit

"Wir haben so viel Grund zur Dankbarkeit und Freude, dass es uns ein Anliegen war, andere daran teilhaben zu lassen. Wir haben uns nicht nur in über 25 gemeinsamen Jahren echt gut "zusammengerauft", sondern haben auch zwei tolle, erwachsene Kinder, eine Familie, die zusammenhält, Freunde, eine super Gemeinde, sind materiell gut versorgt … Da lag es einfach nah, etwas weiterzugeben, also das, was uns zum Jubiläum zugedacht war, "umzuleiten" und damit die Arbeit der Stadtmission zu unterstützen. Denn bekanntlich ist Freude das einzige Gut, das sich verdoppelt, wenn man es teilt."

Matthias und Barbara Blankenagel

Silberhochzeit ist ein schöner Anlass, Freude zu teilen und aus diesem Anlass die Gäste zu bitten, etwaige Geschenke in Spenden für die Berliner Stadtmission "umzumünzen". Über 400 Euro kamen bei Matthias und Barbara Blankenagel zusammen, die von den Jubilaren großzügig auf die schöne Summe von 500 Euro aufgerundet wurden. Unser Dank dem Ehepaar und allen Gästen!

Kältehilfe: "Angst? – Nein, Respekt!"

"6. November, 21 Uhr. Es geht los. Herzklopfen während unserer Mitarbeiterandacht. Meine Gedanken sind bei den Menschen, die jetzt vor der Tür warten. Ihnen ist kalt. Sie sind betrunken, stehen unter Drogen und haben Hunger. Wir können ihnen helfen, für sie da sein. Es sind alte Bekannte dabei, erzählen mir die langjährigen Mitarbeiter. Auch die Gäste scheinen sich zu erinnern und begegnen uns mit einem herzlichen Wiedersehenslächeln. Doch es sind auch viele neue Gesichter dabei. Viel zu viele junge Menschen. Wir fragen uns, wie es kommt, dass sie – vielleicht gerade 19 Jahre alt – auf der Straße leben. Sie verstehen unsere Sprache nicht, sind teilweise aggressiv, haben Angst und Skepsis. Mitten unter ihnen bin ich, Maike. Eine 18-jährige Freiwillige der Berliner Stadtmission, die ab jetzt jeden Mittwoch in der Notübernachtung in der Lehrter Straße arbeiten wird. Ob ich Angst habe? Nein, eher Respekt."

Maike, Freiwillige der Berliner Stadtmission

Die harten Fakten

Füße der wohnungslosen Menschen in WaschschüsselnFußwaschungen für Gäste in der Notübernachtung im Zentrum am Hauptbahnhof: ein Liebesdienst
  • 32.000 Übernachtungen in den Notübernachtungen der Berliner Stadtmission.
  • 65.000 Mahlzeiten wurden – für die Gäste kostenlos – ausgegeben.
  • 1811 Mal konnte vor Ort Menschen durch ehrenamtliche Ärzte Hilfe zukommen.

Einige Fakten "dahinter"

Regelmäßig waschen ehrenamtliche Helfer Gästen der Notübernachtung die schmerzenden, wunden Füße. Jeden Abend halten die Mitarbeiter mit allen Gästen eine Andacht. Zweimal im letzten Winter aus traurigem Anlass: Ein wohnungsloser Mensch war gestorben. Eine Frau, Gast in der Notübernachtung, sagt: "Wenn ich einmal gestorben bin, wird niemand an mich denken." Das sitzt. Dreimal pro Winter fahren Haupt- und Ehrenamtliche mit einige Gästen der Notübernachtung für drei Tage raus aus Berlin in eins unserer Freizeitheime in Brandenburg zu einem besonderen gemeinsamen Freizeitprogramm. "Familienleben", so bringt Svetlana Krasovski, Teamleiterin der Notübernachtung die Stimmung dort auf den Punkt. Für sie sind die Freizeiten ein Highlight, auf das sie sich besonders freut. Denn da kommen Entwicklungen in Gang, die manchmal nachhaltig das Leben der wohnungslosen Gäste verändern.

Krankenstation - Ein neuer "Checkpoint" in Berlin

Bild von Dr. Jutta Herbst-Oehme und einer PatientinDr. Jutta Herbst-Oehme engagiert sich schon seit Langem ehrenamtlich

Ambulanz der Berliner Stadtmission für kranke wohnungslose Menschen Jutta Herbst-Oehme arbeitet seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Kältehilfe mit. Sie übernimmt die ärztliche Leitung des neuen Gesundheitscheckpoints im Zentrum am Hauptbahnhof, der obdachlosen Menschen ärztliche Versorgung, Hygiene und Prävention bietet. Zum Team gehört auch ein Psychologe. Auch ambulante Hilfe vor Ort auf der Straße für Patienten, die nicht in der Lage sind, ihren Platz zu verlassen und die nicht in den Kältebus einsteigen, wird geleistet.

"Ich glaube, es sind acht Jahre inzwischen, die ich nachts in der Notübernachtung arbeite. Weil es mir Freude macht und ich so viel Neues lerne und sehe, vor allem Lebensbereiche erlebe, die mir sonst ganz fremd geblieben wären. Das Pensum ist groß, aber meine Töchter sind ja erwachsen, und daher hab ich etwas mehr Zeit. Die größten Probleme sehe ich im Moment in den Kommunikationsschwierigkeiten – fremde Sprachen, die ich nicht beherrsche, machen ein ärztliches Gespräch und damit eine wirksame Behandlung nur schwer möglich. Und die oft nur mangelhaft ausgeprägte Kooperationsfähigkeit der Patienten macht es schwer.Es sind alle Formen von infizierten Wunden zu sehen, Abszesse durch Spritzen, parasitäre Erkrankungen wie Läuse etc., Messerstich- und Sturzverletzungen sowie das ganze Spektrum von Infektionskrankheiten, die natürlich bei den schlechten Lebensbedingungen der Patienten entsprechend schwer verlaufen.

Man kann helfen durch ein fürsorgliches, aber auch konsequentes ärztliches- beziehungsweise pflegerisches Arbeiten, also durch Wundversorgung, Bekämpfung von Parasiten, Haut -und Nagelpflege, Diagnostik und Therapie von Infekten und anderen Erkrankungen, vor allem aber durch einfache stützende Maßnahmen wie Gespräch, Trost, ein warmes Essen, einen ruhigen Schlafplatz etc. Natürlich kann man auch Geld spenden, um unsere Arbeit zu erleichtern. Es gab viele eindrückliche traurige und auch schöne Erlebnisse, aber man muss sich hüten vor dem "Event-Charakter" unserer Arbeit. Das Schönste ist, wenn ein Gast sich seiner Lage bewusst wird und mitarbeitet, also zum Beispiel regelmäßig sein Medikament abholt, seine Wunden verbinden lässt etc. Ich wünsche mir, dass noch ein paar Ärztinnen oder Ärzte mit uns arbeiten, und ich bin gespannt, wie die neue Ambulanz angenommen wird. Darauf freue ich mich.

Jutta Herbst-Oehme, ehrenamtliche Ärztin

Zweites Leben für Wohlstandsmüll: WUNDERbar! WATER TO WINE

Ein Shirt mit einem Vorher-Nachher-BildKunden können auf Fotos die "Verwandlung" der Kleidungsstücke nachvollziehen.

WATER TO WINE – also "Wasser zu Wein"? – der Name erinnert an eine biblische Geschichte, wo Jesus sehr unkonventionell bei einer Hochzeit aushalf. Jetzt eröffnete die Berliner Stadtmission einen Designladen dieses Namens. Passt das? Zumindest ist es ungewöhnlich, aber das ist man bei der SM ja gewohnt. Es geht um sogenanntes Upcycling: Schicke, trendige Taschen, Accessoires, Hemden, Kleider oder Hosen entstehen aus Materialien, die eigentlich nicht mehr gebraucht werden können. Jungdesingnerin Sarah Schwesig lässt sich inspirieren: "Meistens flüstert mir das alte Teil zu, was es werden will", verrät sie. Mit Hilfe der Designerinnen vom Upcycling Fashion Store sowie der Nordberliner Werkgemeinschaft für Menschen mit Behinderung werden daraus flippige Mode, angesagte Accessoires, stylischer Schmuck. Für die Komm&Sieh-Läden der Stadtmission haben sie eine Kollektion entworfen, die seit Oktober im ersten WATER TO WINE-Laden in der Berliner Auguststraße zu bestaunen und zu kaufen ist. Auch in der Ladeneinrichtung setzt sich das Konzept des Upcycling durch: Kleiderstangen und Regale sind aus alten Stühlen oder Lampen gemacht, die Vitrinen und Schränke aus dem Sperrmüll bekommen hier ihre zweite Chance. Diplom-Designerin Luise Barsch aus dem Upcycling-Team ist sicher, dass das Konzept Zukunft in der Modebranche hat: "Es muss!", erwartet sie schlicht. Auf dem Sommerfest 2013 wurde die „Mode mit Vergangenheit“ erstmals mit viel positiver Resonanz gezeigt. Der Gedanke der Nachhaltigkeit, der dem Upcycling zugrunde liegt, passt wunderbar zur Berliner Stadtmission. Also – warum nicht ein Besuch bei WATER TO WINE?

Vorausschau

Zum Schluss schon mal eine herzliche Einladung zum Heiligabend-Gottesdienst im Hauptbahnhof. Und zwar, am Dienstag, den 24. Dezember 2013 über den Eingang an der Südseite (Kanzleramt).

Bild vom Berliner Hauptbahnhof am Abend mit einem Trompete blasendem Engel