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SM Panorama: Ausgabe 1/2015

Bild von Hans-Georg Filker im Talar an Deck eines Schiffes. Das Bild trägt die Aufschrift: Nach fast 26 Jahren geht er von Bord

Lebendiger Glaube

Stadtmissionsdirektor Hans-Georg FilkerStadtmissionsdirektor Hans-Georg Filker

Jahreslosung 2015
Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.
Römer 15,7

Der Clou

Liebe Freunde der Berliner Stadtmission,

„das Bibelwort (die sogenannte Jahreslosung) für das Jahr 2015 ist ja wie gemacht für die Stadtmissionsarbeit!“, begeisterte sich eine kirchliche Journalistin. Für sie war klar, Menschen annehmen in unterschiedlichsten Milieus, das ist Stadtmission: obdachlose Menschen, Flüchtlinge und Personen aus politischen und gesellschaftlichen Kreisen in Berlin bis hin zur Bundesebene. Auch ich bin begeistert vom großen Radius, den wir in der Arbeit der Stadtmission schlagen. Das sollte ich im Interview nun anschaulich schildern.
Doch langsam: Wer nur auf den Anfang hört, verpasst den Clou der biblischen Botschaft: „Zu Gottes Lob“. Darum geht es.

Halleluja – Halle-Luja

Leider ruft das oft auch Verlegenheit hervor. Gott loben, öffentlich „Halleluja“ sagen, fällt uns schwer. Dabei hatten Journalisten treffend unsere Wärmetraglufthalle für wohnungslose Menschen in Schöneberg „Halle-Luja“ genannt.

Revolutionär befreiend

Wer Gott öffentlich lobt, sollte sagen können, warum: „Wie Christus uns angenommen hat“. Darin steckt das ganze Evangelium. Es wird mir in der Taufe zugesprochen. Im Gebet nehme ich es an. Öffentlich stehe ich dazu. Christsein heißt nicht, sich durch Taten zu beweisen, sondern die Annahme durch Christus zu bejahen. Nehme ich persönlich das in Anspruch, was mir ohne Vorleistung angeboten wird? Dies zu tun ist revolutionär befreiend.

Einstimmen ins Lob Gottes

Dann kann ich auch andere annehmen, ohne dass es permanent anstrengend wird. Wer von Christus angenommen ist und sich dessen bewusst wird – nichts anderes heißt glauben –, wird gerne ins Lob Gottes einstimmen mit einem „Halleluja“ oder auf eine andere Weise, die zu ihm passt.


In diesem Sinne ein herzliches Gott befohlen
Ihr Hans-Georg Filker


Inhalt des Panorama 1/2015

Dank und Anerkennung
Gott die Ehre geben
Abschiedswort
Wenn der Himmel aufgeht...
Ganz normal?
Kirche im Kino
Für den Kalender

Dank und Anerkennung - Weggefährten zum Abschied von Hans-Georg Filker

„An meinem ersten Weihnachtsfest in Berlin habe ich den Gottesdienst von Hans-Georg Filker im Berliner Hauptbahnhof besucht, bevor ich mit dem Zug zu meiner Familie ins Rheinland gefahren bin. Trotz der zugigen Luft, der Geräusche der einfahrenden Züge und hallender Ansagen aus Bahnlautsprechern, hat er mit Wärme und Zugewandheit den Reisenden das Weihnachtswunder in die Herzen getragen. Mit seinen Ideen und Visionen hat Hans-Georg Filker eine große Aufbauarbeit der Stadtmission geleistet, die auf unsere gesamte Kirche ausstrahlt. Dafür danke ich ihm von Herzen. Er lebt die Verbindung von Bekenntnis und Diakonie mit einer eindrucksvollen Fröhlichkeit und Frömmigkeit, die ansteckend ist.“

Bischof Dr. Markus Dröge, Geistlicher Leiter der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO)

Portraitfoto Martin Zwick

  

„Ich hatte das Privileg, regelmäßig biblische Auslegungen von Hans-Georg Filker mitzuerleben. Es fasziniert mich, wie er die Bibeltexte für jeden Zuhörer lebendig macht und damit Menschen anspricht. Für diesen Reichtum und die jahrzehntelange vertrauensvolle Zusammenarbeit danke ich ihm sehr!“

Martin Zwick, Kaufmännischer Vorstand der Berliner Stadtmission

 

 

„Herr Filker hat mich durch seine Arbeit bei unseren Begegnungen immer sehr beeindruckt. Gottes Segen für ihn!“

Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof und Ratsvorsitzender der Ev. Kirche Deutschland (EKD) 

Portraitfoto Joachim Lenz

„Netzwerken! Hans-Georg Filker hat Menschen wie Institutionen für die Stadtmission gewonnen. Mit Fröhlichkeit und Energie, mit Überzeugung und Beharrlichkeit. Und immer verbunden mit der Einladung in die Nachfolge Jesu. Sein Profil ist auch das Profil der Stadtmission. Danke!“

Joachim Lenz, Theologischer Vorstand der Berliner Stadtmission

„Ich bin dankbar, dass Hans-Georg Filker mehr als 25 Jahre das Evangelium von Jesus Christus mit all seiner Kraft und immer wieder neuen Ideen zu den Menschen Berlins gebracht hat.“

Rainer Fiege, Vorsitzender des Kuratoriums der Berliner Stadtmission

Gott die Ehre geben

Vor fast 26 Jahren kam eine junge Familie von Wuppertal nach Berlin. Am 1. Juni 1989 trat Pfarrer Hans-Georg Filker als Direktor seinen Dienst bei der Berliner Stadtmission (West) an. Seiner Frau Claudia versprach er bei der Ankunft in der eingemauerten Stadt, dass sie zurückgehen würden, wenn es beide hier nicht aushalten. Sie haben es in Berlin nun fast drei Jahrzehnte „ausgehalten“, ein Haus gebaut, Kinder und Enkelkinder wurden geboren. Berlin ist für Hans-Georg Filker Heimat geworden. Von hier ging es hinaus in alle Welt und dies mit einer Mission: Vor aller Augen Gott die Ehre geben.

Wiedervereinigung bei der Stadtmission

Im Sommer 1989 trennte noch die Mauer Berlin und auch die Stadtmission in Ost und West. Mit dem Mauerfall am 9. November 1989 war die erste große Aufgabe zu meistern, die Zusammenführung und Neuorganisation beider Stadtmissionsteile. Lebendige Verbindungen existierten auch während der Teilung, aber wie erhält man Arbeitsplätze, wie organisiert man eine Wiedervereinigung? Viele Menschen verloren damals ihre Arbeit, Firmen wurden aufgelöst. Nicht so bei der Stadtmission. Hier entstand unter der Leitung von Stadtmissionsdirektor Filker ein neues Miteinander. Seite an Seite und auf Augenhöhe wuchs man zusammen. Neue Einrichtungen kamen hinzu. Häuser in Ost und West wurden saniert oder neu gebaut. Zum neuen Jahrtausend kam die wegweisende und mutige Entscheidung für das Zentrum am Hauptbahnhof, „zwischen Knast und Kanzleramt“. Die notwendige Spenden-Kampagne brachte mit den Spenden viele neue Freunde und Gäste in die Mitte von Berlin.

Hans-Georg Filker bei einer Predigt im Zirkus. Eine Katze sitzt auf seiner Schulter. Neben ihm steht ein als Clown verkleideter Junge.

Stadtmission international

Die Berliner Stadtmission ist Teil der weltweiten City-Mission-Familie. Hans-Georg Filker war rund um die Welt unterwegs, um Verbindungen und Austausch zu initiieren oder auszubauen. Viele Freunde wurden dadurch gewonnen. Die Verbindungen tragen und bringen für alle Seiten wertvolle Impulse. 18 Jahre lang war er im Vorstand und vier Jahre Präsident der City Mission World Assoziation (CMWA). Im Jahr 2010 organisierte die Stadtmission in Lutherstadt Wittenberg das große weltweite Treffen der CMWA. Der Marktplatz war voller Menschen aus aller Welt, mittendrin staunende Wittenberger, Stadtmissionsdirektor Filker in seinem Element.

Ihr sollt ein Segen sein

2015 heißt es nun Abschied nehmen. Stadtmissionsdirektor Hans-Georg Filker geht von Bord. Er hat deutliche Akzente gesetzt und unmissverständlich das Wichtigste, Jesus Christus, in den Mittelpunkt gestellt. Sei es am Altar bei den Schiffsgottesdiensten, bei Gottesdiensten im Zirkus oder im Zoo. Einen Gottesdienst in der Osternacht und zu Heiligabend gibt es seit der Fertigstellung im Hauptbahnhof – hier kommt Gott zum Zuge. Nicht warten, starten, zu den Menschen gehen und sie zum Verwundern und zum Glauben bringen. Zum Beispiel bei einem adventlichen Musik-Flashmob in einem großen Berliner Kaufhaus.

Typisch Berliner Stadtmission.
Typisch Hans-Georg Filker.
Gottes Segen für die neue Zeit.

Ortrud Wohlwend leitet die Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit und ist Presse- sprecherin der Berliner Stadtmission. Sie arbeitete fast 20 Jahre lang eng mit Hans-Georg Filker zusammen.

Abschiedswort

Liebe Freunde,

in diesen Wochen verabschiede ich mich aus dem fast 26-jährigen Dienst als Stadtmissionsdirektor. Vieles ist gelungen und zum Segen geworden. Dafür bin ich sehr dankbar. Zu den Wundern, die ich erleben durfte, gehört das Entstehen des Zentrums am Hauptbahnhof, „zwischen Knast und Kanzleramt“, das eine breite Ausstrahlung gewonnen hat. Dieses einzigartige Projekt möchte ich Ihnen sehr gerne zu meinem Abschied ans Herz legen und Sie persönlich um eine Spende dafür bitten. Mit Ihrer Gabe gestalten Sie die christliche und soziale Dimension der Hauptstadt Deutschlands mit.

Ich sage Ihnen einen herzlichen Dank für alle Verbundenheit!

Ihr Pfarrer Hans-Georg Filker

Wenn der Himmel aufgeht...

Foto der Rolltreppe im Galeria Kaufhof beim Weihnachtsflashmob der Stadtmission

Viele Menschen leben unter einem geschlossenen Himmel und haben gleichzeitig kein Dach über der Seele. Dass ein lebendiger Gott ihnen zugewandt sein könnte, ist ihnen fremd. Sie haben es nie kennengelernt – oder vergessen. Aber wie kann es gelingen, dass Menschen aufmerken? Zwei Beispiele: Jeden Freitag gibt es im Übergangshaus Lehrter Straße ein Gesprächsfrühstück. Etwa 12 ehemals Wohnungslose lassen sich einladen, über ein Thema des Lebens und Glaubens zu reden. Wir sprachen neulich über „Da ist mir ein Licht aufgegangen“. Einer kommt zu dem Schluss: „Von alleine geht dir kein Licht auf. Da brauchst du Hilfe von außen.“ – „Aber manchmal, wenn ich alleine bin, kommt mir doch auch plötzlich ein wichtiger Gedanke“, wendet ein anderer ein. Da bekennt einer: „Ihr könnt sagen, was ihr wollt. Ich war so viel alleine unterwegs. Aber ich war nie allein! Deshalb gehe ich hier jetzt auch zur Schwester Inge und in die Messe.“ Ein Dach über der Seele!

... singen sie von großen Dingen
Erster Advents-Samstag: Galeria Kaufhof am Alexanderplatz. Plötzlich erklingt Musik aus einem Lautsprecher und eine Gruppe junger Frauen auf der Rolltreppe beginnt zu singen: „Hörst du wie die Engel singen? In dem Lärm der lauten Stadt singen sie von großen Dingen, die die Stadt vergessen hat. Gloria in excelsis deo.“ Dann Männerstimmen, immer mehr kommen dazu, schließlich ein Posaunenchor: Musikflashmob der Berliner Stadtmission. Die Einkaufenden merken auf, bleiben stehn, filmen mit dem Handy, einige singen sogar mit. Den Film, der davon entstanden ist, haben auf YouTube inzwischen fast 100.000 Menschen angeschaut (Link siehe unten). Und die Rückmeldungen per E-Mail: „... zutiefst angerührt“, „Tränen in den Augen ...“, „... richtig froh geworden“.
Da ist – an unerwartetem Ort – der Himmel aufgegangen.

Gerold Vorländer, Leitender Missionarischer Mitarbeiter der Berliner Stadtmission

Der Film vom Flashmob auf YouTube: youtu.be/Qk-eVuUSWuU

Ganz normal ?

Vier junge Männer mit einem Fußball vor der Notunterkunft

Anwar ist 18 Jahre alt, ein schlaksiger junger Mann, seine grünen Augen blicken freundlich. Vor mehr als drei Wochen sollten er und sein Freund als Rekruten in die syrische Armee ein-gezogen werden. Am Abend davor flohen sie. Die Eltern hatten Angst, ihre Söhne könnten im Krieg fallen und halfen bei der Flucht. Wochenlang liefen die Freunde. Nur nachts, immer in Todesangst, tagsüber versteckten sie sich. Bei näherem Nachfragen flackern Erinnerungen an die schrecklichen Erlebnisse hoch, Anwars Augen füllen sich mit Tränen. Die Jungen wissen nicht, wie es ihren Familien zuhause geht, was sie wohl für Schrecknisse nach der Flucht der Söhne durchmachen mussten. Leben Eltern und Geschwister noch? So junge Menschen, es könnten unsere Söhne sein. Sie möchten leben, Fußball spielen, eine Braut finden ... Ganz normal möchten sie sein, wie andere in ihrem Alter auch.

In unserer Flüchtlingshilfe begegnen wir vielen Menschen. Familien mit Kindern, Frauen, von Flucht und Schrecklichem gezeichnet, Kinder, die Tod und Verderben mitanschauen mussten. Jeder einzelne Flüchtling ist ein Geschöpf Gottes. Menschliche Würde ist unantastbar, diese Würde wollen wir als Berliner Stadtmission mit unserer Flüchtlingshilfe untermauern. Mit vielen kleinen Gesten, mit menschlicher Zuwendung und mit einem gemeinsamen Fußballspiel. Eben ganz normal.

Kirche im Kino

„Kirche gehört da hin, wo die Menschen sind“, sagt Pastor Dirk Farr und lädt zum Gottesdienst ins Johannisthaler Kino Astra ein. Sonntags um 11 Uhr vermischen sich dort Kinogänger mit Gottesdienstbesuchern. Neben „Honig im Kopf“ und „Der Hobbit“ steht als Programmhinweis „Gottesdienst“ auf der Anzeigetafel. Damit Glaube wachsen kann Die Junge Kirche Berlin-Treptow (JKB Treptow) hat das Kino bewusst als Ort für ihren Gottesdienst ausgewählt. Jeden Sonntag mietet die Gemeinde den Kinosaal, um Menschen im Treptower Ortsteil Johannisthal mit Gottes Botschaft zu erreichen. Vorher wird im Foyer gebruncht, denn das Augenmerk der JKB Treptow liegt auf den Beziehungen zu den Menschen ihrer Umgebung: „Glaube wächst entlang von Beziehungen“, weiß Dirk Farr.

JKB-Pastor Dirk Pfarr beim Gottesdienst vor der Leinwand im Kino Astra

Kirche mittendrin
Angebote gibt es in Großstädten genug, die Veranstaltungs-App „Ask Helmut“ ermittelt über 1.000 Veranstaltungen pro Abend in Berlin. „Mangelware sind eher anfassbare Beziehungen“, erklärt der 37-jährige JKB-Pastor. „Wir wollen ein Segen für Johannisthal sein und dafür müssen wir die Menschen im Kiez kennen und selbst mittendrin sein.“

Brücke zu Gott
Da bietet sich das Kino an, denn dort gehen viele Johannisthaler ohnedies hin. Einen öffentlichen Ort als Gottesdienstraum zu wählen, ist ein Mittel für die Gemeinde, Brücken zwischen kirchenfernen Menschen und Gott zu bauen. Seit 2007 versucht die Gemeinde um Pastor Farr, „am Puls der Zeit“ zu bleiben. Das Motto der JKB: Leben feiern, Freunde finden, Gott begegnen.

Kirche für alt und jung
Die Junge Kirche Berlin-Treptow engagiert sich mit einem Kinder- und Jugendangebot im Kiez und lädt an jedem letzten Sonntag im Monat ins JKB-Café ins Jugendzentrum Johannisthal (JuJo) ein, im Kiez ein bekannter Anlaufpunkt für Familien. Zusammen mit Jugendpastor Nathanael Bader und einem ehrenamtlichen Leitungsteam überlegt der Gemeindegründer immer wieder, wo im Kiez Gott mit der Gemeinde arbeiten und Menschen dienen will. Das Konzept geht auf, die Gemeinde wächst. Seit den Anfängen vor sieben Jahren in einem Wohnzimmer, zählt die Gemeinde mittlerweile um die 100 Gottesdienstbesucher. Zum Weihnachtsgottesdienst waren sogar 240 Plätze gefüllt.

Luisa Lepski gehört zur JKB und ist die Internetredakteurin der Berliner Stadtmission

Für den Kalender

8. März 11 Uhr: Jahresfestgottesdienst im Zentrum am Hauptbahnhof mit Einführung des neuen Stadtmissionsdirektors, Pfarrer Joachim Lenz

19. April 21 Uhr: Osternachtgottesdienst im Hauptbahnhof

6. April 11 Uhr: Schiffsgottesdienst (Ostermontag)
weitere Termine: 3.5., 7.6., 5.7., 2.8., 6.9., 4.10. (Erntedank) 11 Uhr (Einlass 10.40 Uhr), Anleger Paul-Löbe-Haus

5. Juli ab 11 Uhr: Fest für die Stadt mit Kreativ-Bühne im Zentrum am Hauptbahnhof

24. Dezember: Heiligabend-Gottesdienst 22 Uhr im Hauptbahnhof

Rückseite Panorama mit einfahrenden Zug