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SM Panorama: Ausgabe 6/2014

Bild mit einem Wohnungslosen, rundherum Eis und die Aufschrift: unsere Weihnachtsbitte

Lebendiger Glaube

Stadtmissionsdirektor Hans-Georg FilkerStadtmissionsdirektor Hans-Georg Filker

Liebe Freunde der Berliner Stadtmission,

heute möchte ich Sie ganz persönlich einladen, neu auf die christliche Weihnachtsbotschaft zu hören. Lassen Sie uns Ohren und Herzen öffnen für ein Ereignis, das uns zu entgleiten droht, weil es entweder zu (!) bekannt oder aber in seiner Substanz gänzlich unbekannt zu sein scheint.

„Hörst Du, wie die Engel singen? In dem Lärm der lauten Stadt singen sie von großen Dingen, die die Stadt vergessen hat.“

Und was sind „die großen Dinge“?

„Gott bleibt nicht im Himmel oben, kommt zur Welt als kleines Kind.“

Diese Revolution der Gotteserfahrung hat auch nach 2.000 Jahren ihre Brisanz nicht verloren. In Jesus begegnet uns der lebendige Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde, sozusagen auf Augenhöhe. Statt suchend die Frage nach einem höheren Wesen zu stellen, reicht ein Blick auf dieses Kind Jesus und seine bewegende Geschichte. So beginnt auch das Herz, sich zu bewegen, und möchte gerne Gott die Ehre geben!

„Keiner muss wie Engel klingen, keiner muss ein Engel sein, um in Gottes Chor zu singen.“

Also eine herzliche Einladung, mit einzustimmen in die neue, alte Melodie: Ehre sei Gott in der Höhe, der in Jesus Christus zu uns gekommen ist. So wird Weihnachten!

Mit einem adventlichen Gruß

Hans-Georg Filker

PS: Die kursiven Texte stammen von unserer neuen CD „BERLIN BERLIN“.

 
Inhalt des Panorama 6/2014

20 Jahre Kältebus - Wie alles anfing
Ihre Spende hilft
Unsere Weihnachtsbitte
Flucht gestern...
...Flucht heute
Neue Lieder braucht die Stadt
Offene Türen, Licht im Dunkeln
-St. Martin bei der Stadtmission

Für den Kalender

20 Jahre Kältebus - Wie alles anfing

Karen Holzinger war vor 20 Jahren als junge, engagierte Sozialarbeiterin in der City- Station, dem Restaurant für Wohnungslose der Berliner Stadtmission. Sie und ihre Kollegen stellten sich damals die Frage: Was passiert eigentlich mit den obdachlosen Menschen, die den Weg in die City-Station nicht schaffen? Immer wieder erfroren Wohnungslose in eisigen Winternächten. Die Idee: Hin zu den Obdachlosen und Hilfe anbieten.

Karen Holzinger, Gunnar Fiedel und Uli Neugebauer vor dem Kältebus

„Damals haben wir uns selbst auf den Weg gemacht und Bahnhöfe und Orte aufgesucht, wo wir hilflose Personen vermutet haben. Ich kann mich noch gut erinnern, wie unsicher wir zuerst waren, ob die Leute genügend Vertrauen haben würden, um in einen fremden Bus zu steigen. Und wie uns die Dankbarkeit überraschte, dass wir bei der Suche nach einem angemessenen Schlafplatz helfen wollten. Ich erinnere mich an einen Mann, der uns ganz unsicher gefragt hat, ob er denn mitfahren dürfe – er sei doch katholisch. Und ich erinnere mich, wie wir auf dem Bahnhof herumliefen und verzweifelt versuchten festzustellen, wer denn nun obdachlos ist und wer nicht. Und beschlossen, dass Kleidung ein Indiz ist, aber dass man es letztendlich gut daran sehen kann, wie abgelaufen die Schuhe sind.

Wer nimmt die Gäste auf?

Angefangen hat es erst mal ganz klein. Wir beschlossen zu erkunden, ob es einen Bedarf gibt, liehen uns einen alten VW-Bus und fuhren los. Und merkten bald, dass das „Einsammeln“ der Menschen sehr leicht geht, dass es aber sehr schwierig ist, jemanden zu finden, der sich freut, sie als Gäste aufzunehmen. Denn oft waren unsere Passagiere in keinem sehr guten Zustand. Sie haben gestunken, hatten Läuse, manche hatten Hunde dabei, was die Suche zusätzlich erschwerte. Wegen dieser Probleme haben wir bald gesagt, dass wir selber eine Unterkunft anbieten wollen, die kompromisslos für jeden da ist, der Hilfe braucht, egal in welchem Zustand er ist.

Viel Unterstützung für den Kältebus

Von Anfang an waren wir schwer beeindruckt, wie sehr die Öffentlichkeit Anteil genommen hat an dem Projekt, wie wir Unterstützung erfuhren (und erfahren!) durch Anrufe mit Hinweisen auf Bedürftige, durch Spenden und durch Menschen, die uns im Gebet oder tatkräftig unterstützen.“

Startschuss für die Kältehilfe

Ehrlich – ich hätte nie gedacht, dass der Kältebus mal so weitreichende Kreise ziehen würde. Wenn ich mir anschaue, was wir heute in der Berliner Stadtmission für Menschen in Not tun, dann geht das letztlich auf den Winter vor 20 Jahren zurück. Heute haben wir 300 Schlafplätze anzubieten und fahren mit zwei Kältebussen durch Berlin. Der Kältebus ist nicht zu denken ohne die Notübernachtungen und Nachtcafés, die dazu gehören.

Heute fahren zwei Kältebusse vom 1.11. bis zum 31.3. durch’s nächtliche Berlin – immer auf der Suche nach hilflosen wohnungslosen Menschen. In 20 Jahren ist der Kältebus drei Mal um den Erdball gefahren!

Ihre Spende hilft

Mann hilft Jungen beim Fahrradbau

Kinder und Jugendliche

100 € für Sie den Wochen bedarf an Werkzeugen und Ersatzteilen für unsere Fahrradwerkstatt.

100 Euro reichen, um z. B. den Wochenbedarf an Werkzeugen und Ersatzteilen für unsere kleinen Handwerker in der Fahrradwerkstatt sicherzustellen oder eine Tagesfahrt in unseren Ferien- und Freizeitprogrammen zu organisieren. Egal ob Hausaufgabenhilfe, Ferien- und Freizeitprogramme oder Winterspielplätze: Die Berliner Stadtmission hilft den Berliner Kinder und Jugendlichen damit Sie gestärkt in die Zukunft blicken können und eine bessere Chance für ihr Leben haben.

Für wohnungslose Menschen

50 € für eine Stehlampe in der neuen Wohnung eines ehemals wohnungslosen Menschen

50 Euro helfen einem einen Wohnungslosen auf dem Weg in ein geregeltes Leben. Eine Stehlampe in der eigenen Wohnung hilft, es behaglicher zu machen. Mit 50 Euro können wir auch 100 warme Mahlzeiten in einer Wohnungslosen-Tagesstätte subventionieren. Helfen Sie Menschen in Not und ermöglichen Sie ihnen eine bessere Zukunft.

Menschen Heimat geben

Mitarbeiter der Stadtmission mit Flüchtlingskindern

500 € helfen, das Zentrum am Hauptbahnhof in Stand zu halten und Menschen in Not Heimat zu geben.

500 Euro helfen, Menschen in Not eine Heimat zu geben. Doch an den Häusern nagt der Zahn der Zeit. Hier, wo Wohnungslose und Flüchtlinge eine Bleibe finden, eine Ambulanz kostenfrei Menschen in Not versorgt, Studierende leben, wo die Stadtmissionsgemeinde Menschen zusammenbringt, ist viel zu reparieren und zu sanieren. Helfen Sie, damit hier Raum und Heimat auf Dauer sicher sind.

Unsere Weihnachtsbitte

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit der Geburt Jesu Christi ist eine lebendige Hoffnung in die Welt gekommen. Das feiern wir im Advent und zu Weihnachten. Diese Hoffnung lädt ein, unsere Welt vor Ort zu gestalten. Das tun wir in der Berliner Stadtmission von Herzen gern. Durch Ihre Spende – um die ich Sie herzlich bitte – gestalten Sie das geistliche und soziale Leben in unserer Hauptstadt Berlin mit!

Danke!

Eine gesegnete Adventszeit und ein fröhliches Christfest!

Pfarrer Hans-Georg Filker
Stadtmissionsdirektor

Maria und Josef an der Krippe

Flucht gestern

Vergessenes ist wieder gegenwärtig

„Flucht, Flüchtlinge, fliehen … Täglich hört man diese Worte. In jeder Nachrichtensendung, in jeder Zeitung stehen Berichte, die von un vorstell ba - rem Leid künden: Längst Vergessenes ist wieder gegenwärtig und will man das Erlebte verdrängen, so ist es urplötzlich im Traum da. Das ist so arg, dass man im angstvollem Erwachen dankbar ist, dass man geborgen im Bett liegt und da man dann an das Leid in der Welt denkt und all die Ängste und Nöte mitempfinden kann, erschrickt man: Alles, was in der Welt geschieht, ist doch ziemlich nah … Mit einem Makel behaftet ist man, wenn man Flüchtling ist. Das erfuhr ich mehrere Male. Als wir in überfüllten Baracken, an Typhus erkrankt, in Werneuchen 1945 sterbenskrank ohne Medikamente nur „isoliert“ lagen, war klar: Jeden Morgen wurden die Verstorbenen „verscharrt“. Oft hörte ich, die Schwestern sagen: „Ach, es ist nur ein Flüchtling.“ Das ist hart, man war aber so schwach, dass man nichts entgegnen konnte. Viele Jahrzehnte später fragt man sich, weshalb ist ein Mensch, der unverschuldet seine Heimat, seine Familie, seine Geborgenheit verliert, plötzlich ein Nichts, den man ausgrenzen möge …

Thea Jaeger im Alter von 8 Jahren mit Bruder HenryThea Jaeger im Alter von 8 Jahren mit Bruder Henry

Entsetzen und Angst

Am 25. Juni 1945 wurden alle Bewohner unseres Dorfes auf den Dorfplatz gerufen. ‘Ihr müsst in 30 Minuten das Dorf verlassen, 20 kg Gepäck dürft ihr mitnehmen.’ Wir waren wie gelähmt, Tante Hulda, meine Mutter und ich … Ein Fotoalbum, etwas Wäsche, Speck und Brot – ich weiß nicht mehr. Mutti lud etwas Wäsche und Kleidung auf eine Karre. Wir wussten nicht – wohin geht’s? … (Auf dem Weg) ... kamen uns schon so viele Menschen entgegen, Entsetzen und Angst zeichnete ihre Gesichter. Ein Bild, das ich nie vergesse: Menschen, vom Bug, Nähe der Ukraine*, hatten den Krieg in aller Grausamkeit erlebt. Ein alter Mann, tieftraurig und verängstigt sagte mir: ‘Vier Jahre schon hin und her – Ach, Doma, Doma (Heimat) wo?’ Das traf mich bis aufs Mark. Waren doch die, die jetzt unser Land „einnahmen“ so verzweifelt und lebensmüde … Unser Treck bewegte sich in Richtung Oder. Wir hatten schon ein Mädchen im Wald „verscharren“ müssen. Es folgten noch mehr Opfer. Dort, wo der Krieg aufs Heftigste getobt hatte, lag überall der Geruch der Verwesung in der Luft … Abends kauerten wir uns dicht nebeneinander und beteten … Ohne meine kluge, lebensstarke Mutti hätte ich es nicht durchgestanden. Nun kann ich nur sagen: ‘In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott, über dir Flügel gebreitet …’“
Thea Jaeger musste 1945 im Alter von 18 Jahren aus ihrer Heimat fliehen.

* Diese Menschen waren ebenfalls aus der Heimat Vertriebene. Sie wurden 1945 in den ehemals deutschen Gebieten angesiedelt.

... Flucht heute

Haus Leo: Mit Empathie, Rat und Tat

Haus Leo, das Flüchtlingsheim der Berliner Stadtmission, wurde im September um 44 Plätze erweitert und bie tet nun Herberge für 126 Flüchtlinge aus den Krisenregionen der Welt. Die oft traumatisierten Menschen bekommen bei uns zunächst ein Dach über dem Kopf; in geschütztem Umfeld können sie – soweit möglich – zur Ruhe kommen, ohne ständige Angst vor Gewalt. Sie werden kompetent unterstützt, durch Mitarbeiter/ innen, die mit Empathie, Rat und Tat zur Seite stehen. Zum einen bei bürokratischen Angelegenheiten, doch es ergeben sich auch offene Gespräche, traurige und auch mutmachende: Es ist für uns kaum vorstellbar, was es bedeutet, auf der Flucht zu sein, permanent in Angst, vielleicht nicht mit dem Leben davon zu kommen. Doch können wir hier und da weiterhelfen bei dem neuen – zumindest vorläufigen – Leben der Flüchtlinge in Deutschland …

Sensationen, Sensationen

Eine tolle Überraschung, als der Zirkus Krone „unsere“ Flüchtlingskinder aus Haus Leo in eine Vorstellung einlud: An der Kasse schenkte ein Clown der bunt gemischten 40-köpfige Kinderschar aus Kriegsgebieten wie Afghanistan, Syrien, Somalia und Russland die Eintrittskarten. Atemberaubende Akrobatik der Hochseilartisten und Trapezkünstler oder die dressierten weißen Löwen machte tiefen Eindruck auf die kleinen Leute. Es war ein toller, außergewöhnlicher Nachmittag für die Kids. Ein Zirkusbesuch in ihrer Heimat – undenkbar. Wie schön, dass sie so zumindest für ein paar Stunden einiges Schweres in ihrem Leben vergessen konnten …

Flüchtlingskinder vor dem Zirkuszelt

„Ich rannte einfach los!"

„Sie haben meinen Vater und meinen Bruder umgebracht, unser Haus zerstört. Ich rannte einfach los, mit drei Kindern. Ich war schwanger. Fast neun Monate waren wir unterwegs, zu Fuß, mit dem Boot, ich weiß nicht mehr wie. Mein Mann ist in Hamburg gelandet, drei Kinder sind noch bei meiner Mutter. Hier geht es uns gut. Es gibt alles, was meine Kinder in Somalia nicht haben: Essen, Wasser und Schlaf. Wenn ich sie anrufe, muss ich weinen: ‘Mama, Mama, Mama!’“

Ubah Omer Dhure, 30, lebt mit ihren Kindern Yassin, 7, Fathiya, 6, Abaas, 5 und Zeherya, 7 Monate, in Haus Leo.

Neue Lieder braucht die Stadt

Irgendwann vor dem ersten Advent, irgendwo in Berlin: Plötzlich beginnen junge Frauen zu singen, Musik erklingt. Leute stimmen ein, singen, tanzen. Wir erleben einen Musik-Flashmob der Berliner Stadtmission. Alle Lieder auch auf CD „Unsre Stadt Berlin Berlin“.
Mehr Infos auf www.berliner-stadtmission.de/chor-flashmob

Offene Türen, Licht im Dunkeln - St. Martin bei der Stadtmission

Große, staunende Kinderaugen: „Wie? Kriegen wir etwa Schokolade?“ Muhamed freut sich. Damit hat er nicht gerechnet. Um so lauter singt er fortan mit. Etwas von dem, was St. Martin ausmacht – offene Türen, Licht im Dunkeln, Freude am Teilen – hat er an diesem Tag selbst erfahren. Schon zwei Wochen zuvor haben die Kinder im Flüchtlingsprojekt „Haus Leo“ und Kinder der Gemeinde im Zentrum schöne bunte Laternen gebastelt. Am 11. November trafen sich Flüchtlingskinder, Kinder aus der Gemeinde und aus der Nachbarschaft mit ihren Eltern zum gemeinsamen Laternenumzug um das Zentrum am Hauptbahnhof. Spontan schlossen sich unterwegs weitere Familien an. Am Ende gab es in den Gemeinderäumen leckeres Essen und Trinken, ein kleines Anspiel zur Geschichte von St. Martin und Zeit zum Toben, Spielen, Malen und Klettern. So wurde das Martinsfest auch zu einem kleinen Einweihungsfest der Spielräume der Gemeinde im Zentrum am Hauptbahnhof.

Für den Kalender

Herzliche Einladung zum Heiligabend-Gottesdienst im Hauptbahnhof

Mittwoch, 24.12.2014, 22 Uhr, Eingang Südseite (Kanzleramt)

Rückseite Panorama mit einfahrenden Zug