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Pressemitteilung: Eröffnet: Deutschlands erste Quarantäne-Station für Obdachlose

Pressemitteilung
Donnerstag, 14. Mai 2020

Sie hat 16 Betten, einen Computer, einen Fernseher, Brettspiele, Bücher und WLAN: Deutschlands erste Quarantänestation für Obdachlose auf dem Gelände der Berliner Stadtmission ist offiziell eröffnet. Die Berliner Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Elke Breitenbach kam dazu mit dem Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Stephan von Dassel, in die Lehrter Straße 68. Beide finanzieren die Quarantänestation gemeinsam mit der Berliner Senatsfinanzverwaltung.

Die Politiker besichtigten die Station mit dem kaufmännischen Vorstand der Berliner Stadtmission, Martin Zwick, sowie der Koordinatorin für die COVID-19-Quarantäne-Station für Obdachlose, Luise Rust. „Ab Anfang nächster Woche können bis zu 16 positiv getestete Covid-19-Patientinnen und -Patienten, die sonst auf der Straße leben, bei uns versorgt werden. Wer keine schweren Krankheitssymptome aufweist, kann sich zu häuslichen Bedingungen in Ruhe auskurieren“, so Luise Rust. Durch das Aufsuchen dieser Schutzräume können Ansteckungen Dritter vermieden und Krankenhäuser entlastet werden.

Eingewiesen werden ausschließlich positiv getestete Covid-19-Patientinnen und -Patienten über das Bezirksamt Mitte von Berlin, in Absprache mit dem bezirklichen Amtsarzt, mit dem Gesundheitsamt und den Krankenhäusern. Das zuständige Gesundheitsamt stellt ebenfalls fest, wann Patientinnen und Patienten entisoliert und entlassen werden können. Das ist frühestens 14 Tage nach Ansteckung möglich. Zusätzlich müssen die Patientinnen und Patienten mindestens 48 Stunden symptomfrei sein.
Betreuerinnen und Betreuer sind rund um die Uhr da und kümmern sich um die Erkrankten. Die soziale Betreuung der Patientinnen und Patienten übernehmen Mitarbeitende, die in der Arbeit mit obdachlosen Menschen erfahren sind. Dabei sollen auch Auswege vom Leben auf der Straße gezeigt werden.

„Wir freuen uns, dass hier auch eine Brücke gebaut wird vom Leben auf der Straße zurück ins Hilfesystem und damit vielleicht zurück in ein normales Leben“, sagte Sozialsenatorin Elke Breitenbach. Sie bedankte sich bei den Mitarbeitenden der Berliner Stadtmission und dem Bezirk Mitte. Stephan von Dassel hatte sich zusammen mit Sozialstadtrat Ephraim Gothe für die Quarantänestation stark gemacht.

In nur kurzer Zeit war es der Berliner Stadtmission gelungen, die Räume der ehemaligen Pflegezimmer umzuwandeln. Ab sofort betritt das medizinische Personal die Quarantäne-Einrichtung über die neu gebaute Hygieneschleuse. Diese trennt den Niedrig-Risiko-Bereich vom Hoch-Risiko-Bereich. Im sauberen Bereich kommen die Mitarbeitenden an, hängen ihre Privatkleidung in entsprechende Spinde und legen sich die notwendige Kleidung und Schutzausrüstung an. Dafür steht Krankenhauskleidung aus Baumwolle zur Verfügung. Zusätzlich liegen FFP2-Masken, Schutz für die Schuhe, ein Schutzschild für das Gesicht, Haarschutz und Einmalkittel bereit.

Stolz präsentierte Stadtmissionsvorstand Martin Zwick Deutschlands erste Quarantänestation für Obdachlose Menschen und bedankte sich ebenfalls bei der Politik, seinen Mitarbeitenden und den Menschen in dieser Stadt: „Als evangelischer Verein fallen wir nicht unter irgendeinen staatlichen Schutzschirm. Unser Schutzschirm sind die Berlinerinnen und Berliner mit ihrer ehrenamtlichen Hilfe und ihren großzügigen Spenden.“

  
Weitere Informationen:
Barbara Breuer
Pressesprecherin Berliner Stadtmission
Telefon:          030 - 690 33 413
Mobil:             0151 - 129 17 353
E-Mail: