Obdachlose brauchen Hilfe bei Hitze und Unwetter
„Wenn man stundenlang in der prallen Sonne unterwegs ist, kommt so ein Hitzeschlag ganz plötzlich.“
Ronny
Das Thermometer misst 37 Grad. Die Sonne brennt auf Kopf und Gesicht. Ronny ist unterwegs und sammelt leere Pfandflaschen. Matthias vom Hitzehilfeteam der Berliner Stadtmission reicht ihm Trinkwasser. Die ersten beiden Beutel mit dem kühlen Nass schüttet Ronny sich über den Kopf: „Das tut gut“. Die Szene ist eine Weile her, Ronny hat inzwischen eine dauerhafte Bleibe gefunden. Doch er weiß, obdachlose Menschen laufen täglich lange Strecken quer durch die Stadt, ohne sich vor der Hitze schützen zu können.
„Obdachlose Menschen zählen zu den ersten und meist unsichtbaren Opfern extremer Wetterbedingungen.“
Michael Kraft, Berliner Stadtmission
Deshalb verteilt die Stadtmission im Sommer beispielsweise Sonnencreme und Basecaps. Michael Kraft leitet die Bahnhofsmissionen der Stadtmission und weiß, dass Menschen, die auf der Straße leben, im Sommer immer häufiger mit sonnenverbrannten Gesichtern und roten Armen dorthin kommen. Er erklärt: „Hitze kann lebensbedrohlich sein, führt zu Verbrennungen der Haut, Dehydrierung und Hitzeschlägen. Denn Menschen ohne Obdach können sich bei hohen Temperaturen nicht in kühle Räume zurückziehen, sich kalt abduschen oder ein erfrischendes Getränk zu sich nehmen.“ Mit der Hitzehilfe reagiert die Stadtmission schon seit vielen Jahren auf die zunehmend heißen Sommer.
Du siehst mich! So ist es in einem Dankesgebet von Mose in der Bibel zu lesen (Genesis 16,13). Es tut gut, wenn ich mich so, wie ich bin gesehen weiß. Für Menschen in Not ist es überlebenswichtig, dass sie nicht übersehen werden. Danke, dass Sie nicht wegsehen. Danke, dass Sie helfen!
So können Sie ganz praktisch helfen
Hilfen der Berliner Stadtmission
- Ambulanz
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Ein Team aus größtenteils ehrenamtlichen Ärzt:innen und Pflegekräften bietet in der Ambulanz medizinische Versorgung und Beratung an und vermittelt Patient:innen auch an Krankenhäuser weiter.
- Straßenambulanz
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Unsere barrierefreie Straßenambulanz ist montags und donnerstags von 19 bis 23 Uhr unterwegs, um Menschen auf der Straße medizinisch zu helfen, die nicht zu uns in die Ambulanz kommen können. Wunden, die sich bei hohen Temperaturen schnell entzünden, werden versorgt, Verbände gewechselt und weitere Erkrankungen akutversorgt. Den Menschen wird zudem Mut gemacht, sich kontinuierlich medizinisch betreuen zu lassen und weitere Hilfen in Anspruch zu nehmen.
- Pflegezimmer
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Menschen, die in einer gesundheitlich so schlechten Verfassung sind, dass sie dringend Ruhe benötigen, können sich im Pflegezimmer über der Ambulanz für einige Tage auskurieren. Wir haben Platz für acht Patient:innen, die rundum versorgt und betreut werden. Manche von ihnen öffnen sich auch über die Versorgung ihrer Erkrankung hinaus einem Beratungsprozess.
- Hitzehilfe
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Von Juni bis August wird die Kältehilfe auf Hitzehilfe umgestellt, um Menschen ohne Obdach mit Wasserflaschen, sonnenschützender Kleidung und Kopfbedeckung sowie Sonnencreme zu versorgen. Auch stehen die Helfer:innen den Bedürftigen beratend zur Seite, wie sie den Gefahren bei hohen Temperaturen vorbeugen können. So können wir im Winter Menschen, die auf der Straße leben, davor retten, zu erfrieren und im Sommer vor einer Dehydrierung oder einem Hitzeschlag.
- Hygienecenter
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In unserem Hygienecenter neben der Bahnhofsmission am Zoo können Menschen ohne Obdach die Toiletten benutzen und sich duschen. Jeder Gast erhält einen Einwegrasierer, Duschgel, ein Handtuch und frische Unterwäsche.
- City-Station
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Die Wohnungslosentagesstätte „City-Station“ ist während ihrer Öffnungszeiten dienstags bis samstags von 14 bis 18 Uhr ebenfalls ein Schutzraum vor Hitze für wohnungs- und obdachlose Menschen. Die Gäste werden mit frischen Lebensmitteln und Getränken, auch zum Mitnehmen, versorgt. Bedürftige erhalten dort wenn nötig frische Kleidung sowie die Möglichkeit, ihre Wäsche zu waschen und sich unter der Dusche abzukühlen. Es werden Produkte zur Körperhygiene und für den Sonnenschutz ausgegeben. Auch werden die Gäste hinsichtlich der gesundheitlichen Gefahren und dem richtigen Verhalten bei großer Wärme sensibilisiert.
- Notübernachtung am Containerbahnhof
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In der Notübernachtung am Containerbahnhof gibt es die Möglichkeit zu duschen, zu übernachten und medizinische Versorgung, sowie weitere Beratung zu erhalten. Da es kaum Rückzugsorte für Menschen ohne Obdach gibt, an denen sie sich abkühlen können, findet dort das „Cool Weekend“ statt: Neben der Traglufthalle ist ein großes, schattenspendendes Zelt aufgestellt, mit Bänken, Tischen und einfachen Feldbetten zum Verweilen für die Gäste. Ein Wassernebelsystem sorgt zusätzlich für Abkühlung. Am Wasserautomaten können die Gäste sich mit Trinkwasser versorgen und es gibt gekühlte Speisen und Getränke. Das Angebot ist barrierearm und somit auch für mobilitätseingeschränkte Personen nutzbar.
Machen Sie jetzt einen Unterschied!
15 € ermöglichen einem Menschen ohne Obdach die medizinische Versorgung durch die Straßenambulanz.
30 € ermöglichen den Kauf von Sonnencreme, Kopfbedeckungen und Wasser zur Ausgabe an Bedürftige.
100 € kostet der Kauf von ständig benötigten Wundauflagen und Verbandsmaterialien für die Versorgung entzündeter Wunden.